Von der Bahn zum Bund

Bad Reichenhall Das Pionierbataillon 905 aus Ingolstadt ist ein Ergänzungstruppenteil des Heeres und der 10. Panzerdivision unterstellt. Im Juni fand die jährliche Gebirgsausbildung der Pioniere statt, bei der sie von sieben zivilen Führungskräften der Deutschen Bahn verstärkt wurden.

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Oberst Stefan Leonhard, der stellvertretende Brigadekommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, begrüßte die Soldaten auf der Reiteralpe

Direkt nach der Einkleidung ging es für die „neuen” Kameraden von der Deutschen Bahn auf die Reiteralpe. Auf dem Übungsplatz in 1.700 Metern Höhe nahmen sie an der Kletterausbildung, an Märschen in schwierigem Gelände, sowie an der Ausbildung zum Sprengen mit unterschiedlichen Ladungsanbringungen teil. Die Motivation und die Bereitschaft der Dame und der sechs Herren, sich auf die Welt der Bundeswehr einzulassen und an der fordernden Gebirgsausbildung teilzunehmen, beeindruckten die Kameraden vom Pionierbataillon 905. Um sich für den Einsatz und die gelungene Zeit bei den Soldatinnen und Soldaten erkenntlich zu zeigen, überreichten die Führungskräfte der Deutschen Bahn einen Spendenscheck von 3.000 Euro an das Sozialwerk der Gebirgstruppe. Oberst Stefan Leonhard, der stellvertretende Brigadekommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, nahm in seiner Funktion als 1. stellvertretender Vorsitzender des Sozialwerks der Gebirgstruppe persönlich den Spendenscheck entgegen. „Ich freue mich sehr über die Spende und bedanke mich im Namen des Sozialwerks der Gebirgstruppe dafür. Mit den Spenden ist es uns möglich den Hinterbliebenen von gefallenen Angehörigen der Gebirgstruppe der Bundeswehr, oder den Soldaten, die im Einsatz verwundet wurden beziehungsweise an den Folgen eines Einsatzes leiden, finanziell unter die Arme zu greifen.“
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„Wir Soldaten“ – Reaktionen von Lesern:

„Dieses Buch beschreibt klar und deutlich die Situation der Soldaten, ohne etwas zu beschönigen. Die Politiker reden alles schön und verkaufen die Bevölkerung für dumm.“

„Das ist eines der besten Bücher um die Situation der Soldaten klar und deutlich zu verstehen.“

„Sie formulieren sehr scharf und pointiert, wenn es um die Verantwortung der Politik und der militärischen Führer geht. Vielleicht schärft das ja den Blick unserer Politiker und ich ergänze gern „militärischen Führer.“

„Wir teilen Ihre Ansicht, dass das Geschehene und die Verdienste der jüdischen Soldaten während des ersten Weltkrieges nicht vergessen werden dürfen und sind Ihnen für Ihr Engagement sehr verbunden.“ (Zentralrat der Juden in Deutschland)
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Letzter öffentlicher Appell des
Pionierregiment 100

Ein Abschied und ein Anfang
in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in MINDEN
Der stellvertretene Divisionskommandeur und Kommandeur der Divisionstruppen der 1. Panzerdivision – Brigadegeneral Ernst-Peter Horn – verabschiedete Oberst Thomas Greggersen nach 31 Monaten als Kommandeur des Pionierregimentes 100 und beauftragte Oberstleutnant Reinhard Großkopf bis zur Auflösung am 31.12.2015 mit der Führung.von links: OLt Taeger, Oberst Greggersen, BrigGen Horn, Oberstlt Großkopf, Hptm AndreaeGleichzeitig verabschiedete sich das Pionierregiment 100 mit diesem Appell aus der Öffentlichkeit.An diesem außergewöhnlichen Tag bildeten zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Kirche, Wirtschaft und aus den eigenen Reihen der Bundeswehr, sowie Abordnungen des Panzerpionierbataillon 1 und Pionierbataillon 902 aus HOLZMINDEN, dem schweren Pionierbataillon 130 aus MINDEN, einer großen Abordnung aller Kompanien des Mindener Bürgerbataillons und die musikalische Begleitung durch das Heeresmusikkorps KASSEL einen würdigen Rahmen für diesen letzten großen Auftritt des stolzen Pionierregimentes 100.100-2
Zunächst bedankte sich Oberst Thomas Greggersen in einer sehr persönlichen Ansprache bei den angetretenen Soldaten für das großartige Engagement und die gute Kameradschaft. Er erinnerte an viele gemeinsamen Vorhaben, Übungen und Einsätze die in sehr guter Teamarbeit zusammen vorbereitet und auch gemeinsam gemeistert wurden.

Besonders die Regimentsgefechtsübung „TOUGH SAPPER“, die Durchführung der Lehrübung „Kampf um Gewässer“, die Katastropheneinsätze im Hochwasser an der ELBE und das Pfingstunwetter im Raum DÜSSELDORF, sowie die Abstellungen vieler Soldatinnen und Soldaten des Regimentes in die verschiedenen Einsatzgebiete in AFGHANSITAN, KOSOVO und in MALI bleiben ihm in besonderer Erinnerung. Sehr wichtig war ihm dabei die Feststellung, dass alle wieder gesund zurückgekehrt sind.

Für den großartigen Einsatz und die hervorragenden Leistungen sprach er allen beteiligten Soldaten seinen besonderen Dank und hohen Respekt aus.

Abschließend bedankte sich der scheidende Regimentskommandeur Oberst Thomas Greggersen bei den zahlreichen Gästen, den Repräsentanten der Region und der Bevölkerung der beiden Garnisonsstädte MINDEN und HOLZMINDEN für die großartige Unterstützung, die enge Verbundenheit und persönlich, für die herzliche Aufnahme. Er strich besonders heraus, dass diese tiefe und freundschaftliche Verwurzelung in der Gesellschaft für die Soldaten und ihren Familie im besonderen Maße eine Hilfe ist, ihren fordernden Dienst erfolgreich zu bewältigen.

Im Anschluss überbrachte der 1. stellvertretende Bürgermeister, Egon Stellbrink, die herzlichsten Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt MINDEN. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit, die vielen freundschaftlichen Kontakte und für die gelebte Patenschaft.

Er bedauerte die Auflösung Stab/Stabskompanie Pionierregiment 100 sehr, war aber erfreut, dass mit dem schweren Pionierbataillon 130 ein Bundeswehrstandort auch in Zukunft in der Garnisonsstadt MINDEN erhalten bleibt. Es verbleiben dann noch ca. 700 Soldaten.

Zum Abschluss sprach der stellvertretende Divisionskommandeur und Kommandeur der Divisionstruppen der 1. Panzerdivision – Brigadegeneral Ernst-Peter Horn.

Dabei stellte er den besonderen Anlass für diesen letzten Appell nochmals heraus.

 

Oberst Greggersen, Hptm Killer, Obertlt Großkopf, BriGen Horn, StFw Lysk

Oberst Thomas Greggersen wechselt zum NATO-Stab (Eingreifkorpsstab –HRF) in SOLBIATE OLANA bei MAILAND (ITALIEN).

Brigadegeneral Horn formulierte eindeutig und bescheinigte Oberst Greggersen: „Sie sind Pionier mit Leib und Seele und Sie haben in Ihrer Zeit in MINDEN vorrausschauend und mit Weitsicht die Umgliederung angesteuert und die Ausbildung im Pionierhandwerk nicht vernachlässigt. Sie haben das Regiment besonnen, mit klarem Blick für das Wesentliche und mit großem Herz geführt. Das hohe Ansehen der Bundeswehr im Allgemeinen und der Pioniere im Besonderen in der Öffentlichkeit ist hier in MINDEN ganz wesentlich mit Ihrer Person verbunden.“

Nach der Entbindung von der Führung des Pionierregimentes 100 beauftragte Brigadegeneral Horn den bisherigen Stellvertreter, Oberstleutnant Reinhard Großkopf, mit dieser Aufgabe bis zur endgültigen Auflösung am 31.12.2015.

Das in HOLZMINDEN stationierte Panzerpionierbataillon 1 wird zum 01.07.2015 der Panzerbrigade 21 (AUGUSTDORF) unterstellt. Zum gleichen Zeitpunkt wechselt das in MINDEN ansässige schwere Pionierbataillon 130, zukünftig Panzerpionierbataillon 130, zur Panzerlehrbrigade 9 (MUNSTER).

Mit einem Empfang verabschiedete sich Oberst Greggersen anschließend von den geladenen Gästen. Viele nahmen dort mit Worten des Bedauerns Abschied von einem Soldaten, der sich – so die oft geäußerte Meinung – sehr um den Brückenschluss zwischen Bundeswehr und Gesellschaft in der Stadt MINDEN verdient gemacht hat.

Oberstabsfeldwebel a.D. Thomas Bitter
Bilder:
Oberfeldwebel Oliver Döding


Ausmarsch der Speyerer Pioniere sorgt für Wehmut…

                                                                                                                                                                                  Speyer, 25. Juni 2015
Treffender als der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger hätte man den Appell zur Außerdienststellung des Spezialpionierbataillons 464 nicht kommentieren können: „Großes Kompliment für diese Veranstaltung, doch schön war sie nicht, weil der Anlass nicht schön war.“ Ähnlich empfanden die schätzungsweise 3000 Bürgerinnen und Bürger, die am 25. Juni 2015 anerkennend applaudierend und winkend den Appell auf dem Domplatz und den Ausmarsch der Soldaten durch die Maximilianstraße verfolgten.52 Jahre war Speyer Garnisonsstadt der Bundeswehr. Am 1. Februar 1963 hielten Soldaten des Luftlandepionierbataillons 9 durch die Maximilianstraße Einzug in ihre neue militärische Heimat. Hans-Georg Safar war einer von ihnen. „Der Appell vor dem Kaiserdom und der Ausmarsch der Soldaten auf dem gleichen Weg, den wir damals beschritten, haben mich emotional sehr bewegt“, sagte der heutige 74- jährige ehemalige Wehrdienstleistende. Viel Wehmut auch bei Christa Flöser. „Ich kann nicht glauben, dass es vorbei ist“, schluchzte die vor zwei Jahre in den Ruhestand versetzte Angestellte. 23 Jahre lang hat sie im Vorzimmer des Kommandeurs geschrieben und organisiert. Ihr Taschentuch war bei weitem nicht das einzige, das eine Träne aus dem Augenwinkel aufnahm. Viele Zaungäste, aber auch hartgesottene Soldaten taten ihr gleich. Speyer trauerte.„Das Spezialpionierbataillon 464 ist stolz darauf, Speyer und die Pfalz als Heimathafen zu haben, denn wenn sich der Pylon der Rheinbrücke und die Silhouette des Doms in der Ferne abzeichneten, stand dieses für die Heimkehr, stand dieses für die Heimat, stand dieses für den erfolgreich beendeten Einsatz“, beschrieb Oberstleutnant Stefan Jeck beim Appell auf dem Domplatz die besondere Verbundenheit seines Bataillons mit der Garnisonsstadt und der Region. In seinen weiteren Ausführungen hob der Kommandeur besonders die hohen Belastungen durch die Auslandseinsätze hervor. Durchschnittlich 350 Speyerer Pioniere befanden sich jährlich im Einsatz, bauten dort zumeist Feldlager auf und betrieben diese. „Die damit einhergehenden enormen Belastungen haben Sie und Ihre Familien tapfer ge- und ertragen“, bescheinigte Jeck den Soldaten und ihren Angehörigen. Das Bataillon habe er jeden Tag mit Freude geführt und er sei stolz, hier Kommandeur zu sein.

„Wir verfolgen diesen Augenblick mit Wehmut“, beschrieb Oberbürgermeister Hansjörg Eger in seiner Ansprache die Stimmung in der Stadt. Mehr als 50 Jahre hätten Soldaten und Speyerer gut zusammengelebt, als Partner, Freunde und Weggefährten. „Bürgerschaft und Bundeswehr können in Speyer auf Jahrzehnte guter Zusammenarbeit zurückblicken. Dank des hohen persönlichen Einsatzes der Soldatinnen und Soldaten wurde das Vertrauen der Domstädter, das sie in die Pioniere gesetzt haben, nie enttäuscht“, so der erste Bürger der Stadt, deren 200-jährige Geschichte als Garnison mit der Außerdienststellung des Spezialpionierbataillons 464, eine Dienststelle der Streitkräftebasis, zum 31. Dezember 2015 endet.

Dann wurde es feierlich. Begleitet vom Trommelschlag des Heeresmusikkorps Koblenz trat die Truppenfahne des Spezialpionierbataillons in die Platzmitte vor und Generalmajor Antoni sprach die Formel zur Außerdienststellung. Danach senkte der Träger die Truppenfahne. Der „Marsch der Soldaten des Robert Bruce“ erklang, worauf General und Bataillonskommandeur gemeinsam die Fahne einrollten, eine schwarze Schutzhülle darüber zogen und diese verschnürten. Nach dem Eintreten der Truppenfahne und dem Abspielen der Nationalhymne marschierten die Soldaten durch die menschengesäumte Maximilianstraße aus.
Vor dem historischen Rathaus grüßten Oberbürgermeister Eger und Generalmajor Antoni die Soldatinnen und Soldaten zum Abschied.

Quelle: Landeskommando Rheinland-Pfalz
Text: Rudi Meiszies
Fotos: Pascal Rojahn


Hat das Bataillon mit Freude geführt: Oberstleutnant Stefan Jeck
                           Generalmajor Hans-Erich Antoni stellt das Bataillon außer Dienst

Generalmajor Antoni und Oberstleutnant Jeck rollen die Truppenfahne ein

                                              Ausmarsch der Speyerer Pioniere

Angehörige der Pionierschule beweisen durch ihre Sammlung für vom Hochwasser geschädigten Feldwebel besondere Solidarität.

Ingolstadt
Durch die Hochwasserkatastrophe im diesjährigen Frühsommer wurde auch ein Soldat der Pionierschule besonders schwer getroffen. Die Wassermassen, die tagelang in seinem Haus standen, verursachten einen Schaden im hohen fünfstelligen Bereich. Nur ein Teil wird durch Versicherungen und öffentliche Hand ersetzt werden. Brigadegeneral Heiko Krogmann, der Kommandeur der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik, rief nach der Katastrophe spontan seine Mitarbeiter und Soldaten während eines Schulappells zur Unterstützung des Geschädigten auf, und vertraute dem Personalrat die Durchführung einer Sammlung zu Gunsten der Flutopfer der Dienststelle an. Auch der Bund Deutscher Pioniere beteiligte sich mit einer Spende in Höhe von 300 EURO.

Das Bild zeigt BrigGen Krogmann und Oberstlt Wagner bei der Übergabe der Spende an StFw Buchner

Das Bild zeigt BrigGen Krogmann und Oberstlt Wagner bei der Übergabe der Spende an StFw Buchner

Wie kommen wir darüber?

oder1974 – Brückenschlag über die Aller mit Brückenlegepanzer M 48

An dieser Stelle möchten wir – endlich – beginnen, Erfahrungen der Pioniere der Bundeswehr vorzustellen. Hier der Bericht von einem gelungenen Pioniereinsatz, der das handwerkliche Können und Kreativität der Pioniere unter schwierigen Voraussetzungen  beschreibt:
Dieser Bericht soll die Ehemaligen unter Ihnen anregen, uns ähnliche Artikel zususenden und den Jüngeren unter Ihnen darstellen, was die Pioniertruppe der Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten geleistet hat.
Sie werden diese Darstellungen unter der Rubrik “Geschichte der Pioniertruppe”, Menüpunkt “Pioniere der Bundeswehr” finden.”Es war einmal vor langer, langer Zeit, so möchte man mit der Schilderung eines Brückenschlages beginnen, der 35 Jahre zurückliegt. Damals gehörten Übungen mit Volltruppe auf allen Führungsebenen – bis hin zum Korps- zur normalen Ausbildung und waren natürlich zugleich immer Höhepunkte. Die damit verbundenen Truppenbewegungen – auch mit allen gepanzerten Gefechtsfahrzeugen – auf Autobahnen, Landstraßen und natürlich im freien Gelände sind heute kaum noch vorstellbar. Die Akzeptanz der massiven Verkehrsbehinderungen wäre in der Bevölkerung wahrscheinlich sehr gering. Würde das Klirren der Fensterscheiben hingenommen werden, wenn ein PzBtl mit seinen Leoparden nachts durch eine Ortschaft rasselt? Ist es heute noch Realität, dass der Führer eines Panzerbrückenzuges, meist auf sich allein gestellt, mit seinen überbreiten und fast 4,00 m hohen Fahrzeugen sich im Übungsraum ohne Marschkredit frei bewegt?

Im Verlauf der DivGefÜb „HOHER PREIS“ sollte die PzBrig 3 über die ALLER hinweg angreifen. Im entsprechenden Gewässerabschnitt ist die ALLER ca. 40 m breit und bis zu ca. 1,50 m tief. Nachdem die Kommandeure der Kampftruppe in einer Vorbesprechung ein Tiefwaten mit Leopard und Marder ausgeschlossen hatten, wurde der BrigPiFhr gefragt:

„Also wie kommen wir darüber?“

PzPiKp 30 war zu diesem Zeitpunkt noch mit 4 Brückenpanzern M 48 A2 (US) ausgerüstet – Brückenlänge fast 20 m – wobei die Vorschriften aber auch ein überlappendes Verlegen beschrieben, um breitere Gewässer zu überbrücken. Obwohl dieses Verfahren in der Kp noch nie durchgeführt worden war, wurde es dem BrigKdr vorgeschlagen, der es im Vertrauen auf seine Pioniere genehmigte.

Eine geeignete Stelle zum Vorüben war in Flettmar an der Aller schnell erkundet, die erforderliche Genehmigung eingeholt und die Ausbildung der Fahrer der Brückenpanzer konnte erfolgen.

Die DivGefÜb fand dann vom 27. bis 30.11.1974 statt. Am Mittag des 28. stand die PzBrig 3 am Nordufer der ALLER. Um am feindlichen Ufer bei BOCKELKAMP einen Brückenkopf zu bilden, setzte die erste Welle der Grenadiere mit Schlauchbooten über, gesteuert von Panzerpionieren. Ein 2-adriges Kabel vom Feldfernsprecher war am Heck der Boote befestigt, daran wurden die Boote zurückgezogen. Der im Boot verbliebene Steuermann verhinderte ein Abtreiben in der ohnehin schwachen Strömung. So konnten in schneller Folge alle abgesessenen Kräfte des PzGrenBtl 32 übersetzen und den Brückenkopf ausweiten. Der Übergang wurde aus ufernahen Stellungen der MARDER überwacht.

Gleichzeitig führte der KpTrp der PzPiKp 30 eine Flussprofilaufnahme durch, in der die bereits vor Übungsbeginn eingeholten Aussagen der Wallmeister zur Gewässerbreite (42 m) und Tiefe (1,45 m) bestätigt wurden. Die Brückenlinie wurde mit Fluchtstangen markiert.
Gegen 15 Uhr erreichten 3 BrPz, die über schwieriges Gelände – unterstützt von einem PzPiZg – herangeführt worden waren, die Brückenstelle. Gerätereserve war eine auf Tieflader verlastete Ergänzungsbrücke. Aus der letzten Deckung durch den ZgFhr abgerufen, erreichte der erste BrPz das Ufer und legte die Brücke auf einem Uferbalken aus Kanthölzern so ab, dass noch ca. 3 m auf Land auflagen. Die Brückenspitze verschwand in dem ca. 1,45 m tiefen Wasser.

Da der M48 A2 die Brücke beim Ablegen erst völlig senkrecht stellt- und damit eine Höhe von ca. 12 m erreicht, bildet er ein weit sichtbares, gut aufzuklärendes Ziel. Eine Schwachstelle, die bei der Konstruktion des BrLPz Biber vermieden wurde.

Der zweite Panzer legte seine Brücke so ab, dass eine Überlappung von ca. 7m entstand. Auch von dieser Brücke ragten nur noch wenige Teile aus dem Wasser. Auch die 3. Brücke wurde mit einer Überlappung von ca. 7 m abgelegt, lag damit fast waagerecht über der Wasseroberfläche und ca. 3m am jenseitigen Ufer auf. Die drei Brücken wurden untereinander kreuzweise mit Ketten verzurrt. Auch die beiden Endbrücken mussten gegen Verschieben – ausgelöst durch Lenkbewegungen der Panzer – gesichert werden. Dazu wurden rechts und links 5 to Greifzüge angeschlagen, die von Verankerungsplatten gehalten wurden, die mit je 8 Erdnägeln am Boden befestigt waren.

Mit einem großen „Flicken“ der Achteck – Schnellbaustraße wurde an der Zufahrt diesseits ein kritischer Punkt befestigt, wo scharfe Lenkbewegungen erforderlich waren.
Nach der Belastungsprobe mit einem Pionierpanzer konnte der Brigade gegen 16:30 Uhr Brückenschluss gemeldet werden. Kurz darauf begann der Übergang der MARDER, auf die die Grenadiere in dem Brückenkopf schon dringlich warteten.

belastungsprobe beim vorben

Belastungsprobe

Noch heute denke ich voller Respekt an die meist wehrpflichtigen Panzerfahrer, die in der dunklen Novembernacht praktisch ins Nichts hinein – nur mit Tarnlicht – über eine Brücke fuhren, die weitgehend nicht zu sehen war. Lediglich der äußere Rand der Fahrbahn war an Ober- und Unterstrom mit Lampen aus dem Minenfeldmarkierungssatz nach freundwärts etwas ausgeleuchtet.

Die Erleichterung, das jenseitige Ufer erreicht zu haben konnte man gut hören; jetzt wurde wieder ordentlich Gas gegeben. Als Folge musste dieser tief zerfurchte Bereich mehrmals wieder grob einplaniert werden, ausgeführt von den als Bergehilfe bereitstehenden Pionier-panzern.
Brückenschläge zogen bei allen Übungen höhere Vorgesetzte an. So war natürlich auch der DivKdr anwesend, als auch das  PzBtl 34 mit allen Gefechtsfahrzeugen noch in derselben Nacht über die 3 – teilige Panzerbrücke fuhr. Da auch dieser Übergang störungsfrei verlief, wurde der gute Ruf unserer Pioniertruppe einmal mehr gefestigt.

am morgen nach dem bergang

Am Morgen nach dem Übergang

Das Aufnehmen der Brücken war schwierig, hatten sie sich doch tief in das Erdreich eingedrückt. Nur mit Hilfe der Pionierpanzer und erst, nachdem der Schlamm abgespritzt worden war, konnten die M 48 die hydraulischen Anschlüsse wieder koppeln und die Brücken aufnehmen:
freilegen der hydraulischen anschlsse

In diesem Bericht ist weder die taktische Lage noch die Übergangsorganisation dargestellt worden. Absicht war es vielmehr aufzuzeigen, dass die vorhandene Geräteausstattung manchmal ein breiteres Spektrum an Einsatzvarianten ermöglicht. Vielleicht regt dieser Bericht die heutigen ZgFhr und Kp-Chefs dazu an, die Einsatzmöglichkeiten ihres STAN – Gerätes mit anderen Augen zu sehen und zu prüfen, ob die Vorschriften „Sonderbauweisen“ zulassen, die vielleicht gerade im Auslandseinsatz notwendig werden können.
SFw a.D. Dieter Klitzke – damals Fhr Pz Brck Zg –  gilt mein Dank für die erfolgreiche Suche in den Traditionsräumen der PzBrig 3 und viele ergänzende Einzelheiten zu diesem Bericht.”

Hartmut Cossmann  Oberst a.D.