Bedingt durch die Corona-Krise finden auch heuer, wie schon fast im gesamten letzten Jahr, keine Veranstaltungen der Pionierverbände im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit statt. So entfallen Tage der Offenen Tür, Standorttage oder ähnliche Veranstaltungen, auf denen der BDPi sich mit seinem Werbeteam beteiligen und präsentieren konnte.

Damit haben wir aber auch Zeit gewonnen, einen neuen Beirat Werbung zu suchen, da unser bisheriger Beirat OTL a.D. Uli Delius das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgibt und Kamerad SFw a.D. Gerhard „Ede“ Wolf als sein Vorgänger kürzer treten wird.

Wer also gerne durch die Republik reist und dabei die Gelegenheit nutzen möchte, diverse Pionierstandorte kennenzulernen und unseren BDPi bei diesen Veranstaltungen bekannt zu machen, wäre als Nachfolger*in genau richtig.

Nachfolgend ein Überblick über die Aufgaben des „Beirats Werbung“.

Es wäre schön, wenn sich jemand dieser Aufgabe widmen würde.

 

 

Daher hier in bewährter militärischer Knappheit die Aufgabenbeschreibung:

Aufgabenbeschreibung Beirat Werbung:
1. plant, koordiniert und organisiert den Werbeeinsatz des BDPi und die damit verbundenen Aufgaben,
im Besonderen den Einsatz des Werbezeltes und den damit verbundenen Personaleinsatz, in Absprache mit dem Vorstand.

2. ist außerhalb der Einsätze verantwortlich:
+  für die Einlagerung und Pflege des Werbezeltes in Holzminden *
+  für die Bereitstellung und Verpackung des Werbematerials * und
+  für den Transport des Werbezeltes und Werbematerials zum Einsatzort durch das PzPiBtl 1 *

*derzeit mit Unterstützung durch die Pionierkameradschaft Holzminden

3. ist verantwortlich für die Bereitstellung von Werbematerial und Werbeartikeln
+  Material des BDPi, Magazin Pioniere, Buch Pioniere, u.a.,
+  weiteres Material, Standortbroschüren, Bundeswehrbroschüren, u.a.
+  beschafft (nach Genehmigung durch Vorstand) weitere Werbeartikel,

4. führt die Absprachen mit den PiTrTle (Repräsentanten des BDPi am StO)
bezüglich des Einsatzes des Werbezeltes (Anforderung durch die PiTrTle).

5. betreibt das Werbezelt mit dem eingeteilten Personal.

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Was bieten wir für unseren Beirat Werbung?

— In der Regel wird angemessene Truppenunterkunft angestrebt.
— Ist dies nicht möglich, so werden die anfallenden Unterbringungskosten (z.B. Hotel) erstattet.
— ein Tagegeld in Höhe von 40,- Euro.
— erforderliche Fahrtkosten werden mit 0,30 EURO / je Kilometer erstattet.

 

InfoStand des BDPi e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 


Sehr geehrte Pionierkameraden,
gerne veröffentlichen wir den Osterbrief 2021 der Pionierkameradschaft  Emmerich nebst einer aktuellen Information/Lagefortschreibung zum derzeitigen Stand der Neubebauung der ehemaligen Moritz-von-Nassau-Kaserne.

Die ehemaligen Emmericher Pioniere wünschen Euch allen ein schönes, ruhiges und relaxtes Osterfest 2021.

Quelle:
Text und Bildmaterial zur Verfügung gestellt vom
‚Traditionsverband der ehemaligen Emmericher Pioniere e.V.‘
Internet: www.emmericherpioniere.de

In der Rubrik SERVICE haben wir einen Unterpunkt ‚Stellenanzeigen‘ aufgenommen.

Ab und an erreichen uns Anfragen die insbesondere für ausscheidende Zeitsoldaten, aber auch für pensionierte Berufssoldaten von Interesse sein können.

Dies können Inserate, z.B. für Bautechniker, Bauingenieure, Pioniermaschinenführer – um nur einige zu nennen – sein.

Wir veröffentlichen diese Anfragen, sofern ein Bezug zur „Pioniertätigkeit“ gegeben ist.
(Im letzten Jahr war dies z.B. eine Stellenanzeige der Stadt Müllheim)

Einige werden es schon gehört haben, viele vielleicht noch nicht.
Das Heer wird vielen seiner Ausbildungseinrichtungen den ursprünglichen Namen zurückgeben.
Wissenswertes hierzu ist auf der offiziellen Seite der Bundeswehr zu lesen.

Zitat der Webseite der Bundeswehr:

….„Die Umbenennungen wirken im Sinne des Traditionserlasses identitätsstiftend und stärken die Bindung an die
Truppengattungen des Heeres“, so Generalleutnant Stephan Thomas….

 

„Anker Wirf!“

Text: Webmaster BDPi e.V.

Portrait eines Reservisten

Stabsfeldwebel der Reserve Matthias Bös, 51 Jahre alt, verheiratet, ist seit 2016 beim nichtaktiven Pionierbataillon 905 in Ingolstadt beordert. Zuvor als Forstwirt ausgebildet ist SF Bös 1990 beim Pionierbataillon 10 in Ingolstadt eingezogen und zum Pioniermaschineneinsatzunteroffizier ausgebildet worden. In seiner 12-jährigen Dienstzeit als Zeitsoldat ist er als Brückenmaterialeinsatzfeldwebel und stellvertretender Zugführer eingesetzt gewesen. Seinen ersten Einsatz leistete er 1999 in Bosnien Herzegowina als Feldlagerbetriebszugführer. 2013 folgte sein zweiter Einsatz in Afghanistan als stellvertretender Pioniermaschinenzugführer. Die gute Zusammenarbeit der verschieden Nationen auf Ebene der Feldwebeldienstgrade ist ihm dabei sehr positiv in Erinnerung geblieben. Nach seiner aktiven Dienstzeit kehrte SF Bös dann zur Forstwirtschaft in seinen Zivilberuf zurück.

Doch ganz an den Nagel hängen wollte er seine Uniform dann doch nicht. So kehrte er 2003 als Reservist, beordert beim Schwimmbrückenbataillon 270 in Münchsmünster, zur Pioniertruppe zurück. Nach dessen Auflösung unterstützte er viele Jahre regelmäßig als Ausbildungs- und Hörsaalfeldwebel an der Pionierschule.

SF Bös bildet als Sprengberechtigter der Bundeswehr junge Pioniere im Sprengdienst aus.

In seiner liebgewonnenen militärischen Heimat, dem Pionierbataillon 905, leistet er seit etwa vier Jahren regelmäßig über mehrere Monate hinweg seinen Reservedienst. Dabei bildet er sich im Rahmen von hochwertigen Lehrgängen nicht nur selber stets weiter fort, sondern unterstützt insbesondere bei der Dienstpostenausbildung SGA Pioniere sowie der Sturmbootausbildung und Motorkettensägenausbildung als Ausbilder und Ausbildungsleiter. Die jungen Soldatinnen und Soldaten – dabei nicht ausschließlich Reservisten, sondern auch Aktive – profitieren dabei insbesondere von dem großen Erfahrungsschatz des altgedienten Pioniers.

 

SF Bös ist Soldat aus Leidenschaft. Das merkt man ihm im Gespräch deutlich an. Er schätzt den kameradschaftlichen Umgang – insbesondere innerhalb der Reserve, in der man als Soldat gemeinsam alt wird. „Die vielen Gespräche mit den deutlich jüngeren Kameradinnen und Kameraden hält einen dabei stets frisch und es ist eine große Freude zu sehen, dass man ihnen mit seiner Ausbildung zum Pionier einen kleinen, persönlichen Stempel mitgeben kann. Natürlich mit schwarzer Tinte.“ – so der Stabsfeldwebel.

 

 

Bild und Text: Hauptmann d. R. Marco Dittmer

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kameradinnen und Kameraden,

da aufgrund der unveränderten Corona-Lage nach wie vor sämtliche sicherheitspolitischen Veranstaltungen virtuell stattfinden und damit eine bis dato nie gekannte Reichweite haben, möchten wir Ihnen ergänzend zu unserem quartalsmäßig erscheinenden Newsletter mittels einer monatlichen Übersicht relevanter Termine sowohl seitens des Reservistenverbands als auch anderer Institutionen und Verbände einen entsprechenden Überblick anbieten.
Sie finden die Browser-Version unter: SiPol – Service

Das Sachgebiet Sicherheitspolitische Arbeit wünscht Ihnen erkenntnisreiche und interessante Veranstaltungsteilnahmen, bedankt sich dafür, dass Sie für eine möglichst weite Verbreitung unseres Informationsangebotes sorgen und nimmt gerne entsprechende Veranstaltungshinweise für den Monat April auf

Quelle:
Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.

BOGEN, Februar 2021: Sie Sprengen, sie Sperren und sie überwinden Gewässer. Die Pioniere des Deutschen Heeres bilden ein sehr breites Fähigkeits- und Aufgabenspektrum zur Unterstützung der Kampftruppe ab.
In Bogen erlangen aktuell Soldaten des nichtaktiven Pionierbataillon 905, sowie einige aktive Kameraden des Gebirgspionierbataillon 8 aus Ingolstadt und dem Panzerpionierbataillon 701 aus Gera die grundlegenden Befähigungen des Pionierwesens. „Leitender, hier Sicherheitsoffizier kommen!“ Der Spieß, Stabsfeldwebel Massimo, steht außerhalb des Gefahrenbereichs und hat die Verpflegung für die Kameradinnen und Kameraden dabei.
Eine kleine Pause und eine heiße Suppe müssen reichen, um der eisigen Kälte und dem schneidenden Wind zu trotzen.
Drei kurze, laute Töne schallen den Hang hinab. Sprengsignal 3 wurde gegeben und es herrscht nun Sicherheit. „Heute können die Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer im scharfen Sprengdurchgang das gelernte Wissen in die Praxis umsetzen.“, so der Leitende des Sprengens Leutnant Hinderberger. „Insgesamt wird es über 120-mal detonieren – TNT und PETN werden zur
Umsetzung gebracht“, berichtet der junge Offizier.
Es ist das erste Gewöhnungssprengen, dass er leiten darf. Auf allen Ebenen wird also gelernt und der Erfahrungsschatz erweitert. Bis in die Nacht hinein hallt immer wieder ein Detonationsknall durch den Bayerischen Wald. Dazwischen ist es sehr still. So still, dass die Stimmen der Soldatinnen und Soldaten von einem Bunker zum anderen wahrzunehmen sind.
Sichtlich erschöpft ist der erfahrene Stabsfeldwebel Bös. Ein Soldat des alten Schlages. Den ganzen Tag hat er zusammen mit den sichtlich angespannten und nervösen, angehenden Pionieren in der Sprenggrube verbracht. Unter der strengen Aufsicht bringen die lernenden Soldatinnen und Soldaten die Sprengladung an und zünden diese. „Wer ein Pionier sein will, muss sich an den nahen Detonationsknall und die Druckwelle erst einmal gewöhnen.
Da zittern beim ersten Mal ganz schön die Hände beim Fertigstellen der Ladung.“, so der Stabsfeldwebel, während der nächste Knall den Bunker zum Beben bringt.

Eine Lehrgangsteilnehmerin meldet sich zum Sprengen. Ladung und Zündung getrennt voneinander.

Der Sprengberechtigte weist den Lehrgangsteilnehmer in die Handhabung der Leitfeuerzündung ein. Es wird ein 100g Sprengkörper (TNT) gezündet.

Auch bei Dunkelheit und eingeschränkter Sicht müssen alle Handgriffe sitzen

Herstellen einer Leitfeuerzündung mit Sprengschnurerweiterung. Ein Soldat befestigt die Sprengkapsel an der Sprengschnur.

 

Überwinden von Gewässern. Die Donau ist für die Pioniere kein Hindernis.
Ein neuer Tag an einem anderen Ort. Tauwasser hat die Pegel der Donau bis auf Warnstufe 3 ansteigen lassen. Selbst im sonst ruhig liegenden Seitenarm am Pionierwasserplatz herrscht nun eine moderate Strömung. Bauholz und Sturmboote stehen bereit.
Doch bevor es auf das Wasser geht, müssen Knoten und Bunde, sowie Arbeiten mit dem Holz gelernt werden. „Aufgewachsen auf dem Wasser“ führt Stabsfeldwebel Kurrat die Ausbildung durch. Kurz und prägnant sind seine Befehle. Ein sehr positives Resümee kann er dabei ziehen: „…Die Soldatinnen und Soldaten sind hochmotiviert und voll bei der Sache. Man merkt ihnen an, dass es Spaß macht…“ und, das trotz eisiger Temperaturen bei deutlich unter null Grad Celsius.
Es wird verzurrt, geknotet und Sturmboote zu Wasser gelassen. Stangenflöße, Schlauchbootfähren und andere Mittel zur Gewässerüberwindung werden hergestellt. „…Obacht, dass keiner ins Wasser fällt!…“  – der Kompaniechef Hauptmann Monnier macht sich vor Ort ein Bild von der Ausbildung.
„Ich bin wirklich stolz darauf, was hier alles auf die Beine gestellt wird. Die Ausbilder – außerhalb der Reservedienstleistung in den verschiedensten zivilen Berufen tätig – sind sehr gut vorbereitet und lassen viele Erfahrungen aus der eigenen aktiven Dienstzeit in die Ausbildung mit einfließen.“

„Vertrauen in das eigene Werk gewinnen“ – die
Soldatinnen und Soldaten auf der Donau.

Der erfahrene Stabsunteroffizier Bayer bringt den
Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmern den Bau eines Stangenfloßes bei.

 

Mit der Schlauchbootfähre auf der Donau

Die Hälfte ist geschafft. In den ersten beiden Februarwochen wurde gesprengt, mit Stacheldraht und Holz gesperrt, die Donau auf verschiedenste Arten überwunden und Grundzüge der Inneren Führung im Unterricht vermittelt. Doch die nächsten beiden Wochen werden den wissbegierigen Soldatinnen und Soldaten noch einmal alles abverlangen. Ausbildung von früh bis spät. Jetzt jedoch bei deutlich milderen Temperaturen.

Weitere Informationen zum Pionierbataillon 905 finden sie auch auf der Webseite des Fördervereins des PiBtl 905 e. V.

Pionierbataillon 905

 

Text und Bilder:
Hptm Marco Dittmer

 

 

 

 

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des BDPi!

Ich hoffe, Sie sind alle gut in das neue Jahr gekommen und bis dato von gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Pandemie verschont geblieben. Denjenigen, die von Corona getroffen wurden, wünsche ich im Namen der gesamten Vorstandschaft baldige und vollständige Genesung.
Hatten wir Mitte letzten Jahres noch die Hoffnung, das Thema werde sich bis Jahresende erledigt haben, so müssen wir leider feststellen, dass dem nicht so ist und wir weiterhin mit den Einschränkungen im täglichen Leben zurechtkommen müssen.
So steht zu befürchten, dass wir auch dieses Jahr seitens des BDPi unsere Veranstaltungen nicht in der Art und Weise durchführen können, wie Sie das in den letzten Jahren gewohnt waren.
Wir, vonseiten des Vorstands stellen Überlegungen an, ob wann und wie wir unsere jährlichen Veranstaltungen organisieren können.

Zum einen ist da die Mitgliederversammlung, die wir traditionell im Juni in Verbindung mit dem Tag der Pioniere am Ausbildungszentrum in Ingolstadt durchführen. Derzeit prüfen wir, ob wir aus Sicherheitsgründen – ein großer Teil der Teilnehmer zählt zur Risikogruppe – den diesjährigen Termin in den Herbst schieben, in der Hoffnung, dass sich die Situation bis dahin entspannt hat. Auch eine Verschiebung in das Jahr 2022 wäre denkbar, sollte es erforderlich sein. Rechtlich würde dem nichts entgegenstehen, auch wenn heuer eigentlich Neuwahlen anstehen würden.

Auch die Durchführung unseres jährlichen Regionaltreffens wird derzeit von uns geprüft. Nach wie vor wollen wir es in Verbindung mit dem Havelbiwak beim PzPiBtl 803 in Havelberg durchführen, aber eine Entscheidung, ob dieses heuer zum geplanten Termin im Sommer stattfindet, ist noch nicht gefallen. Auch hier gilt es die Risiken genau abzuwägen.

In jedem Fall werden wir Sie über die Termine informieren, sobald wir Klarheit haben, wann, wo und unter welchen Voraussetzungen Veranstaltungen stattfinden können.

Bis dahin bleiben Sie gesund.  

Mit besten Grüßen

Ihr 

Max Lindner
Oberst a.D.

Der Bund Deutscher Pioniere trauert um Oberst a.D. Claus Roser
geboren am 08.02.1940, gestorben am 19.01.2021

Oberst a.D. Roser begann seine Laufbahn 1961 als Grundwehrdienstleistender, eine Laufbahn, die ihn bis in die höchsten Verwendungen als Truppenoffizier in der Pioniertruppe führte. Er wechselte 1963 in die Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes und diente anschließend als Zugführer beim LLPiBtl 9 in Speyer, bei der FschPiKp 250 in Speyer und bei der LL/LTS in Altenstadt.
Nach seiner Versetzung 1968 nach Höxter als KpChef der dortigen 2.Kompanie des PiBtl 7, verbunden mit der Beförderung zum Hauptmann, führte er von 1970 bis 1974 die PzPiKp 210 ebenfalls in Höxter. Nach Verwendungen als stvKdr des PiBtl 1 Holzminden und als S3 StOffz beim PiKdo 1 in Minden, kehrte er 1978 nach Holzminden zurück, übernahm das PiBtl 1 als Kommandeur und führte es bis 1983.
Es schloss sich von 1983 bis 1986 erneut eine Verwendung als Kommandeur, dieses Mal des PiLehrBtl 220 in München an, bevor er als stvKdr des PiKdo 800 in Hilden eingesetzt wurde.
Es folgten ab dem Jahr 1988 Verwendungen als Kommandeur des VKK 353 in Höxter, als Kdr der LGA an der PiS/FSHBauT in München von 1992 bis 1993, eine kurze Zwischenverwendung als Kdr des PiKdo 2 in Ulm, bevor er zum Abschluss seiner aktiven Laufbahn 1993 die Pionierbrigade 60 in Ingolstadt übernahm und diese bis zu seiner Pensionierung am 31. März 1998 führte.

Für seine Leistungen auch außerhalb der Bundeswehr wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Oberst a.D. Claus Roser war Pionier und Truppenoffizier mit Leib und Seele. Er war 28 Jahre lang Mitglied im Bund Deutscher Pioniere.

Der Bund Deutscher Pioniere wird sein Andenken stets in Ehren halten!

 

Franz Pfrengle                                                                    Max Lindner
Brigadegeneral a.D., Präsident                                        Oberst a.D., Vorsitzender

WASSERÜBUNGSPLATZ REFFENTHAL, Oktober 2020:
Ein wahres Urgestein der Bundeswehr befindet sich auf der Zielgerade. Nach fast einem halben Jahrhundert treuem Dienst ist es für Heinz Cecil an der Zeit, aus Altersgründen, die Uniform an den Haken zu hängen. Mit einem emotionalen Vortrag zum eigenen Werdegang verabschiedet sich der Stabsunteroffizier im Rahmen einer Reservedienstleistung in Speyer von seinen Kameraden und Weggefährten des nichtaktiven Pionierbataillon 905.

Der Stabsunteroffizier Heinz Cecil befindet sich mit einem Sturmboot der Bundeswehr auf dem Rhein. Im Hintergrund ist ein Binnenschiff zu sehen.

Stabsunteroffizier Heinz Cecil, auf dem Rhein auf einem Sturmboot der Bundeswehr. Foto: Marco Dittmer

Es herrschen sehr milde, spätherbstliche Tage. Ideale Voraussetzungen, um Pioniere in ihrem Handwerk auszubilden. Ein Handwerk, das der erfahrende Stabsunteroffizier Cecil von der Pike auf beherrscht. Die Fahrschüler des Betriebs-berechtigungsschein „Schlauchboot mit Außenbordantrieb“, vergleichbar dem zivilen Sportbootführerschein für Binnenstraßengewässer, lassen die Sturmboote zu Wasser.
Die Motoren gluckern leise vor sich hin. Der routinierte Binnenschiffführer Cecil geht an Bord. Es geht hinaus auf den Rhein.

 

Oberstrom und Unterstrom frei. Fertig zum Ablegen. Die Schüler müssen wichtige Fahrmanöver und das „Wasser lesen“ lernen. Getreu dem Motto „aus der Praxis für die Praxis“ können sie dabei von dem großen Erfahrungsschatz des altgedienten Stabsunteroffiziers profitieren.

Mehr als 45 Jahre im Dienstgrad Stabsunteroffizier

Historische Aufnahme zeigt Soldaten zusammen mit einem Kanonenjagdpanzer mit 90-mm-Rheinmetall-Kanone L/40,4 auf dem Truppenübungsplatz

Kanonenjagdpanzer mit 90-mm-Rheinmetall-Kanone L/40,4
© Foto: Wikimedia Commons / Bundesarchiv, B 145 Bild-F027425-0001 / Berretty / CC-BY-SA 3.0

 

Erfahrungen, die nicht von ungefähr kommen. Am 01. Oktober 1973 der Lechrain Kaserne Dienstantritt bei der Bundeswehr. Als Rekrut erhält er dort die Richt- und Ladeschützenausbildung auf dem Kanonenjagdpanzer.

Es folgt am 23.12.1973 die Versetzung in die 4. Kompanie des Gebirgspanzerjägerbataillon 234 nach Pocking. Im Zuge der zivilberuflichen Orientierung verpflichtet sich Cecil für vier Jahre in der Laufbahn der Unteroffiziere als Zeitsoldat.

 

 

 

 

Der junge Soldat Heinz Cecil im Jahr 1973

Stabsunteroffizier Heinz Cecil; hier 1973
Foto: Heinz Cecil

 

Nach der Ernennung zum Gefreiten Unteroffizieranwärter am 01.04.1974 folgt der laufbahnrelevante Unteroffizierlehrgang an der Kampftruppenschule II/III in Munster.

Angekommen in der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere wird der junge militärische Führer am 01.10.1974 zum Panzerjägerunteroffizier (PzJgUffz) befördert. Es folgen weitere militärische und zivile Lehrgänge und Qualifikationen. Vor 45 Jahren erhält Cecil mit der Ernennung zum Stabsunteroffizier am 22.10.1975 seinen bis heute geführten Dienstgrad.

 

 

Das Zivilleben und der treue Dienst als Reservist

Für den Stabsunteroffizier endet am 30.09.1977, während des RAF-Terrors, der als sogenannter Deutscher Herbst seinen Eingang in die Geschichtsbücher fand, seine aktive Wehrdienstzeit. Das zivilberufliche Leben beginnt und damit verlagern sich auch die persönlichen Schwerpunkte. Erst ab 1993 schlüpft Cecil wieder in die Uniform und tritt seinen Dienst in der freiwilligen Reserve an.

Eine Medium Girder Bridge (MGB) auf dem Truppenübungsplatz. Im Vordergrund ein Soldat.

Medium Girder Bridge (MGB) Foto: Heinz Cecil

Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits privat die Fallschirmsprunglizenz sowie den österreichischen Segelschein erworben. Doch damit sollte es mit großen  Herausforderungen noch nicht genug sein. In den Jahren von 1993 bis 1994 absolviert er in 43 Tagen als Reservist im Rahmen unentgeltlicher, dienstlicher Veranstaltungen die Hochwertausbildung zum Scharfschützen.

 

In den Folgejahren leistet der gestandene Stabsunteroffizier seine Dienste, bis zu dessen Auflösung im Jahre 2009, im nichtaktiven Pionierbataillon 761 und ab dann bis heute im Pionierbataillon 905. Dabei festigt sich sein pioniertechnisches Wissen bei unzähligen Übungsvorhaben im Bereich der Gewässerausbildung, Brücken- und Fährenbau sowie Errichtung des Schwimmstegs.
Der Sprung in die Feldwebellaufbahn ist für Cecil aus beruflichen und persönlichen Zeitgründen stets kein Thema. Doch den Verantwortungsbereich, in dem er sich über viele Jahre bewegt, entspricht genau dieser Qualifikation.
So ist es nicht verwunderlich, dass er auch an computergestützten SIRA-Ausbildungen zur Taktikweiterbildung in Dresden regelmäßig teilnimmt. Dort hat er öfters die Möglichkeiten, sich im Dialog mit ranghohen Militärs über die Entwicklung der Bundeswehr auszutauschen. General Podzus und Oberst Holthusen bleiben ihm da besonders in Erinnerung.

Kameradschaft pflegen unabhängig von Rang und Herkunft

Die Aufgabenverteilung zur Erfüllung des jeweiligen Übungsvorhaben, erfolgt insbesondere bei der Reserve, oftmals unabhängig vom Dienstgrad und vielmehr auf Grundlage der Befähigung der Soldaten. Gerade so können zivile Qualifikationen zielführend zum Einsatz gebracht werden. So verwundert es nicht, dass die enge Kameradschaft auch über alle Dienstgradgruppen hinweg gepflegt wird.

Doch nicht nur der Dienstgrad, sondern auch die Herkunft der zusammengezogenen Reservisten ist sehr vielfältig. Das macht für Heinz Cecil den Reiz der Reserve aus. Ob jung oder alt, aus Ost oder West, von der Küste oder aus dem Alpenland, ob Offizier oder Mannschaftssoldat. Es sind die vielen unterschiedlichen und einzigartigen Charaktere, denen er in seiner Zeit bei der Bundeswehr begegnet ist, die für ihn den Reiz des Reservedienstes ausmachen.   Es sind für ihn unvergessliche Erlebnisse und dafür ist er sowohl seinen Kameraden als auch der Bundeswehr sehr dankbar. Vor allem für die Kameradschaft quer durch Rang und Republik.

Wir verabschieden uns mit einem kräftigen Anker wirf! Alles Gute dem wohl dienstältesten Stabsunteroffizier.

Quellen:
Fotos: gem. Bildunterschriften
Text: Marco Dittmer, Pionierbataillon 905, Ingolstadt