Ehrungen langjähriger Mitglieder

Bei der Vorweihnachtsfeier der Kameradschaft in den Räumen des Casino auf der Schanz konnten einige Mitglieder für ihre langjährige treue Mitgliedschaft geehrt werden.
30 Jahre sind Peter Heim, Hubert Koll, August Schuler und Bernd Fischer dabei. Sie traten im Jahre 1986 in die Pionierkameradschaft ein.
Der Vorsitzende konnte Hubert Koll und Peter Heim bei der Feier persönlich ehren.

Hubert Koll war Soldat in den Gründerjahren der Bundeswehr und Angehöriger der damaligen Pionierlehrtruppenteile in München und Ingolstadt. Nach seiner Dienstzeit als Feldwebel wechselte er zur Bundeswehrverwaltung und war als Kraftfahrer angestellt. In dieser Zeit wurde er dann Mitglied in der Kameradschaft.

Peter Heim war als Zeitsoldat Unteroffizier im Pionierbataillon 10 von 1976 bis 1980. Auch er trat nach seiner Zeit als aktiver Soldat der Pionierkameradschaft bei.
August Schuler und Bernd Fischer konnten leider nicht an der Vorweihnachtsfeier teilnehmen.
40 Jahre sind Dr. Ulrich Röder, Siegfried Beer, Alexander Steinig und Rudolf Goette bereits Mitglied.

Dr. Röder (rechts) war als Zeitsoldat u.a. S2-Offizier im Pionierbataillon 10.

Siegfried Beer (Mitte) war auch Soldat der Gründerjahre der Bundeswehr, der als Feldwebel im Pionierbataillon 4 und der Panzerpionierkompanie 110 in Bogen von 1956 bis 1971 diente. Er trat somit nach seiner aktiven Dienstzeit der Kameradschaft bei.

Alexander Steinig (links) dagegen wurde bereits als junger Pionier Mitglied, vor allem motiviert durch seinen Vater Walter, der seit 1964 dabei ist. Alexander verbrachte seine Dienstzeit als Berufsunteroffizier in Ingolstadt und München. Rudolf Goette konnte die Ehrung leider nicht persönlich entgegen nehmen.

Bereits seit 50 Jahren ist Franz Schneider Teil der Pionierkameradschaft. Er war der erste Pionier der Bundeswehr im Standort Ingolstadt. Er gehörte dem Vorkommando des Pionierbataillon 4 (später Pionierbataillon 10) an, welches am 07. Dezember 1957 in die neue Kaserne an der Manchinger Straße einmarschierte. Kamerad Scheider diente im Pionierbataillon 10 und später im Amphibischen Pionierbataillon 230, in dem er auch Kompaniefeldwebel war.
Autor: Peter Metzger
Fotos: Walter Tauschek

Pioniere und Freunde besuchten das Zollamt Emmerich

Mitglieder und Freunde des Traditionsverbandes der ehemaligen Emmericher Pioniere e.V. und Freunde besuchten am 20. Oktober 2016 im Rahmen Ihrer jährlichen Informationsveranstaltung die Dienststelle des Zollamtes in Emmerich am Rhein unter dem Motto: „Emmerich am Rhein und der Zoll gehören von jeher zusammen – wie Yin und Yang“.

Bedingt durch das „Schengener Abkommen“ von 1985 und die damit verbundene Grenzöffnung wurden zahlreiche Zolldienststellen in Emmerich am Rhein aufgelöst und die Zahl der Zöllner entlang des Stromes und seiner Grenze zu den Niederlanden drastisch heruntergefahren. Die Kontrollen auf dem Rhein durch die „Zöllner mit  ihren grün-weißen Zollbooten“ werden nicht mehr durchgeführt.

Die gespannte Besuchergruppe der Pioniere wurde im Emmericher Zollamt von Jürgen Hoymann herzlich willkommen geheißen. Nach einer kurzen Einweisung übernahm der Zollfahnder Willi Meyer die Gäste und berichtete zu Erlebnissen der Zöllner entlang der Bundesautobahn A 3 vor allem im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Ein Knochenjob, der nicht ganz ungefährlich ist und viel Erfahrung erfordert. Zollfahnder Meyer ließ es sich nicht nehmen, den Pionieren umfangreiche Asservate und das ein oder andere „Tütchen“ für eine kurze Schnupperprobe zu präsentieren.
Danach führte Jürgen Hoymann lebendig durch die Geschichte des Zolls und die von ihm initiierte Dauerausstellung im Gebäude an der Albert-Einstein-Straße. Dort sind neben Zolluniformen aus früherer Zeit bis heute verschiedene Hilfsmittel, Ausrüstungsgegenstände, Funkgeräte, Telefone und Fahrzeuge für den täglichen Dienstbetrieb eines Zöllners zu bestaunen. Herr Hoymann, „durch und durch Zöllner von der Pieke auf“, eingesetzt im Ermittlungsdienst konnte mit seinem großen Erfahrungsschatz aus allen Bereichen des Zolldienstes seine interessanten Ausführungen immer wieder durch „Anekdoten und Döntjes“ aus dem täglichen Dienst des Zöllners bereichern.

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Bad Mergentheim

Am 24./25.09.2016 trafen sich ehemalige Angehörige der Panzerpionierkompanie 360 in Bad Mergentheim. Treffpunkt war die ehemalige Deutschorden-Kaserne, in der die Kompanie von 1963 bis 1992 stationiert war und danach im Rahmen der Bundeswehr-Truppenreduzierung 1992 aufgelöst wurde.

Das Treffen stand im Zeichen echter Pioniertradition, denn seit vielen Jahren treffen sich die „Ehemaligen“ immer wieder zu unterschiedlichen Anlässen an unterschiedlichen Orten.

Armin Rother von der Firma WÜRTH begrüßte die ehemaligen Pioniere in ihrer einstigen Kaserne. Er referierte über die Bedeutung und Entwicklung der Firma WÜRTH am Standort Bad Mergentheim und gab Einblick in die umfangreiche Logistik und Organisation des weltweit präsenten Industrieunternehmens.

Im Anschluss an ein gemeinsames Mittagessen wurde eine Traditionsecke im ehemaligen Kompaniegebäude eingeweiht. Viele Erinnerungsstücke konnten wieder nach Bad Mergentheim geholt werden. Oberstleutnant a.D. Steiner, ehemaliger Kompaniechef, wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung und Wichtigkeit von Traditionspflege in der heutigen schnelllebigen Zeit hin. Er sagte Dank an alle Kameraden, die sich um die Einrichtung der Traditionsecke verdient gemacht haben.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer in Markelsheim zu einem großen Kameradschaftsabend, an dem ein Film über die Geschichte der Panzerpionierkompanie 360, gestaltet von Detlef Mauder und Helmut Kindgen, vorgeführt wurde und große Resonanz fand.

Am Sonntagmorgen trafen sich die Pioniere zu einem zünftigen Frühschoppen in Markelsheim, ehe man sich wieder auf den teilweise weiten Heimweg begab.

Das nächste Treffen soll in zwei Jahren in Neuenstadt am Kocher, Patengemeinde der Panzerpionierkompanie 360 bis 1992, sattfinden.
Helmut Kindgen


 

60 Jahre an Land, auf und unter Wasser

Impressionen vom „Tag der Pioniere“ in Ingolstadt

Der „Tag der Pioniere“ wurde zum 60. Jubiläum des Mutterhauses der Pioniere des Heeres in der Ingolstädter Innenstadt begangenDer „Tag der Pioniere“ wurde zum 60. Jubiläum des Mutterhauses der Pioniere des Heeres in der Ingolstädter Innenstadt begangen. Größere Abbildung anzeigen

Seit nun mehr 60 Jahren ist die frühere Pionierschule beziehungsweise das heutige Ausbildungszentrum Pioniere das Mutterhaus der Pioniere des Deutschen Heeres. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums und der guten Tradition, jedes Jahr einen Tag der Pioniere auszurichten, präsentierte sich das Ausbildungszentrum Pioniere am 15. Juli an Land, auf und unter Wasser. Das alles mitten im Herzen von Ingolstadt.

Das Ausbildungszentrum Pioniere wartete mit einem Repertoire an modernen Waffensystemen und Ausrüstung auf und stellte die Fähigkeiten der Pioniertruppe vor. Unterstützt wurde es dabei vom Gebirgspionierbataillon 8, das ebenfalls in der Pionierkaserne auf der Schanz in Ingolstadt zu Hause ist. Eingeladen waren alle Angehörigen des Ausbildungszentrums Pioniere, Delegationen der Pioniertruppe, Kameraden anderer Teilstreitkräfte und Truppengattungen, ehemalige Kameraden und internationale Gäste sowie natürlich alle interessierten Bürger.

Den Gästen wurde ein spannendes und erlebnisreiches Programm geboten. Hautnah konnten sie sich an den einzelnen Stationen informieren. Das Anfassen und Ausprobieren der Ausrüstung sowie das Einsteigen in die Fahrzeuge war ausdrücklich erwünscht und wurde gern in Anspruch genommen.

Tauchgang in der Innenstadt

Huch, was macht der Taucher auf dem Paradeplatz?Huch, was macht der Taucher auf dem Paradeplatz?
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So mancher Ingolstädter traute kaum seinen Augen. Gleich zweimal musste er hinsehen, denn eine besondere Attraktion war sicherlich die Ausstellung der Pioniertaucher. Wie der Kommandeur des Ausbildungszentrums Pioniere und General der Pioniertruppe, Brigadegeneral Lutz Erich Niemann, in seine Rede erklärte: „Es gehört zu den Aufgaben der Pioniere, in vielen Situationen die Ersten zu sein!“, bescherten die Pioniertaucher den „Schanzern“ (Ingolstädter Bürger) ein in der Geschichte noch nie dagewesenes Highlight: ein mit Wasser gefüllter Tauchcontainer auf dem Paradeplatz. Was folgte, war der wohl erste Tauchgang mitten im Herzen von Ingolstadt.

Viele Stationen zum Staunen und Mitmachen

Die Soldaten präsentierten den Besuchern auch den Spähwagen Fennek, der in der Pioniertruppe als Erkundungsfahrzeug eingesetzt wirdDie Soldaten präsentierten den Besuchern auch den Spähwagen Fennek, der in der Pioniertruppe als Erkundungsfahrzeug eingesetzt wird Größere Abbildung anzeigen

Besonders beliebt war die Station „Fahren auf dem Wasser“, bei der die Gäste mit Schlauchbooten auf der Donau so manch rasante Fahrt erleben durften. Auch die ausgestellten Pioniermaschinen – insbesondere die Kettenfahrzeuge Dachs, Keiler und Biber – weckten großes Interesse bei den Besuchern und sorgten für strahlende Gesichter bei Groß und Klein.

 Hier ist die Kampfmittelabwehr ausnahmsweise ungefährlich: Besucher beim MinensuchenHier ist die Kampfmittelabwehr ausnahmsweise ungefährlich: Besucher beim Minensuchen

Sehr großen Anklang fanden auch die zahlreichen weiteren Stationen, unter anderem die Ausstellung der Fachschule des Heeres für Bautechnik, die Beton- und Stahlbetonbauer, die Ausstellung der Gebirgspioniere zusammen mit der Ausstellung Kampfmittelabwehr und die Station mit den Führungsfahrzeugen. Außerdem waren noch das Military Engineering Centre of Excellence mit einem Informationsstand sowie die Karriereberatung vertreten.

Das Heeresmusikkorps Ulm erfreute die Gäste mit einer Serenade im Hof des Neuen SchlossesDas Heeresmusikkorps Ulm erfreute die Gäste mit einer Serenade im Hof des Neuen Schlosses

Den Abschluss der öffentlichen Veranstaltung bildete eine feierliche Serenade. Unter den Klängen des Heeresmusikkorps Ulm marschierte eine Abordnung des Ausbildungszentrums Pioniere und des Gebirgspionierbataillons 8 in den sehr gut besuchten Hof des Neuen Schlosses ein. In der beeindruckenden Kulisse der altehrwürdigen Gemäuer spielten die Heeresmusiker bekannte Märsche wie etwa den Prinz-Eugen-Marsch, den Traditionsmarsch der Pioniertruppe.

Brigadegeneral Lutz Erich Niemann: „Es gehört zu den Aufgaben der Pioniere, in vielen Situationen die Ersten zu sein!“Brigadegeneral Lutz Erich Niemann: „Es gehört zu den Aufgaben der Pioniere, in vielen Situationen die Ersten zu sein!“
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Zwischen den einzelnen Musikstücken richteten Brigadegeneral Niemann und Dr. Christian Lösel, Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt, sowie der Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl das Wort an die Soldaten und Gäste. Ausdrücklich betonten sie die lange militärische Tradition der Stadt und das gute Verhältnis der „Schanzer“ zu ihren Pionieren.

Tag der Pioniere verbindet Generationen

Am Tag der Pioniere entwickelten sich viele Gespräche zwischen Soldaten und BesuchernAm Tag der Pioniere entwickelten sich viele Gespräche zwischen Soldaten und Besuchern

Die rundum gelungene Veranstaltung endete in einem Kameradschaftsabend in gemütlicher Runde in der Pionierkaserne auf der Schanz. Im Beisein zahlreicher Gäste und unter Leitung von Brigadegenereal Niemann fand die Siegerehrung des Schießens des Bundes Deutscher Pioniere statt. Mit einem „zünftigen“ Essen und kühlen Getränk konnte der Tag ausklingen.

Alle Gäste zeigten sich zum Abschluss tief beeindruckt. Besonders die Vielfalt und das Leistungsspektrum der Pioniertruppe rief Begeisterung hervor. Der Tag der Pioniere ist eine jährlich wiederkehrende Veranstaltung des Ausbildungszentrums Pioniere, um den geladenen Gästen einen Einblick in die Truppengattung zu geben. Er dient aber auch dazu, die „Pionierfamilie“ über viele Generationen und Dienstgrade hinweg zusammenzubringen, die Kameradschaft zu pflegen und innerhalb der Truppengattung enger zusammenzurücken.

Letzter öffentlicher Appell des
Pionierregiment 100

Ein Abschied und ein Anfang
in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in MINDEN
Der stellvertretene Divisionskommandeur und Kommandeur der Divisionstruppen der 1. Panzerdivision – Brigadegeneral Ernst-Peter Horn – verabschiedete Oberst Thomas Greggersen nach 31 Monaten als Kommandeur des Pionierregimentes 100 und beauftragte Oberstleutnant Reinhard Großkopf bis zur Auflösung am 31.12.2015 mit der Führung.von links: OLt Taeger, Oberst Greggersen, BrigGen Horn, Oberstlt Großkopf, Hptm AndreaeGleichzeitig verabschiedete sich das Pionierregiment 100 mit diesem Appell aus der Öffentlichkeit.An diesem außergewöhnlichen Tag bildeten zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Kirche, Wirtschaft und aus den eigenen Reihen der Bundeswehr, sowie Abordnungen des Panzerpionierbataillon 1 und Pionierbataillon 902 aus HOLZMINDEN, dem schweren Pionierbataillon 130 aus MINDEN, einer großen Abordnung aller Kompanien des Mindener Bürgerbataillons und die musikalische Begleitung durch das Heeresmusikkorps KASSEL einen würdigen Rahmen für diesen letzten großen Auftritt des stolzen Pionierregimentes 100.100-2
Zunächst bedankte sich Oberst Thomas Greggersen in einer sehr persönlichen Ansprache bei den angetretenen Soldaten für das großartige Engagement und die gute Kameradschaft. Er erinnerte an viele gemeinsamen Vorhaben, Übungen und Einsätze die in sehr guter Teamarbeit zusammen vorbereitet und auch gemeinsam gemeistert wurden.

Besonders die Regimentsgefechtsübung „TOUGH SAPPER“, die Durchführung der Lehrübung „Kampf um Gewässer“, die Katastropheneinsätze im Hochwasser an der ELBE und das Pfingstunwetter im Raum DÜSSELDORF, sowie die Abstellungen vieler Soldatinnen und Soldaten des Regimentes in die verschiedenen Einsatzgebiete in AFGHANSITAN, KOSOVO und in MALI bleiben ihm in besonderer Erinnerung. Sehr wichtig war ihm dabei die Feststellung, dass alle wieder gesund zurückgekehrt sind.

Für den großartigen Einsatz und die hervorragenden Leistungen sprach er allen beteiligten Soldaten seinen besonderen Dank und hohen Respekt aus.

Abschließend bedankte sich der scheidende Regimentskommandeur Oberst Thomas Greggersen bei den zahlreichen Gästen, den Repräsentanten der Region und der Bevölkerung der beiden Garnisonsstädte MINDEN und HOLZMINDEN für die großartige Unterstützung, die enge Verbundenheit und persönlich, für die herzliche Aufnahme. Er strich besonders heraus, dass diese tiefe und freundschaftliche Verwurzelung in der Gesellschaft für die Soldaten und ihren Familie im besonderen Maße eine Hilfe ist, ihren fordernden Dienst erfolgreich zu bewältigen.

Im Anschluss überbrachte der 1. stellvertretende Bürgermeister, Egon Stellbrink, die herzlichsten Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt MINDEN. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit, die vielen freundschaftlichen Kontakte und für die gelebte Patenschaft.

Er bedauerte die Auflösung Stab/Stabskompanie Pionierregiment 100 sehr, war aber erfreut, dass mit dem schweren Pionierbataillon 130 ein Bundeswehrstandort auch in Zukunft in der Garnisonsstadt MINDEN erhalten bleibt. Es verbleiben dann noch ca. 700 Soldaten.

Zum Abschluss sprach der stellvertretende Divisionskommandeur und Kommandeur der Divisionstruppen der 1. Panzerdivision – Brigadegeneral Ernst-Peter Horn.

Dabei stellte er den besonderen Anlass für diesen letzten Appell nochmals heraus.

 

Oberst Greggersen, Hptm Killer, Obertlt Großkopf, BriGen Horn, StFw Lysk

Oberst Thomas Greggersen wechselt zum NATO-Stab (Eingreifkorpsstab –HRF) in SOLBIATE OLANA bei MAILAND (ITALIEN).

Brigadegeneral Horn formulierte eindeutig und bescheinigte Oberst Greggersen: „Sie sind Pionier mit Leib und Seele und Sie haben in Ihrer Zeit in MINDEN vorrausschauend und mit Weitsicht die Umgliederung angesteuert und die Ausbildung im Pionierhandwerk nicht vernachlässigt. Sie haben das Regiment besonnen, mit klarem Blick für das Wesentliche und mit großem Herz geführt. Das hohe Ansehen der Bundeswehr im Allgemeinen und der Pioniere im Besonderen in der Öffentlichkeit ist hier in MINDEN ganz wesentlich mit Ihrer Person verbunden.“

Nach der Entbindung von der Führung des Pionierregimentes 100 beauftragte Brigadegeneral Horn den bisherigen Stellvertreter, Oberstleutnant Reinhard Großkopf, mit dieser Aufgabe bis zur endgültigen Auflösung am 31.12.2015.

Das in HOLZMINDEN stationierte Panzerpionierbataillon 1 wird zum 01.07.2015 der Panzerbrigade 21 (AUGUSTDORF) unterstellt. Zum gleichen Zeitpunkt wechselt das in MINDEN ansässige schwere Pionierbataillon 130, zukünftig Panzerpionierbataillon 130, zur Panzerlehrbrigade 9 (MUNSTER).

Mit einem Empfang verabschiedete sich Oberst Greggersen anschließend von den geladenen Gästen. Viele nahmen dort mit Worten des Bedauerns Abschied von einem Soldaten, der sich – so die oft geäußerte Meinung – sehr um den Brückenschluss zwischen Bundeswehr und Gesellschaft in der Stadt MINDEN verdient gemacht hat.

Oberstabsfeldwebel a.D. Thomas Bitter
Bilder:
Oberfeldwebel Oliver Döding


Ausmarsch der Speyerer Pioniere sorgt für Wehmut…

                                                                                                                                                                                  Speyer, 25. Juni 2015
Treffender als der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger hätte man den Appell zur Außerdienststellung des Spezialpionierbataillons 464 nicht kommentieren können: „Großes Kompliment für diese Veranstaltung, doch schön war sie nicht, weil der Anlass nicht schön war.“ Ähnlich empfanden die schätzungsweise 3000 Bürgerinnen und Bürger, die am 25. Juni 2015 anerkennend applaudierend und winkend den Appell auf dem Domplatz und den Ausmarsch der Soldaten durch die Maximilianstraße verfolgten.52 Jahre war Speyer Garnisonsstadt der Bundeswehr. Am 1. Februar 1963 hielten Soldaten des Luftlandepionierbataillons 9 durch die Maximilianstraße Einzug in ihre neue militärische Heimat. Hans-Georg Safar war einer von ihnen. „Der Appell vor dem Kaiserdom und der Ausmarsch der Soldaten auf dem gleichen Weg, den wir damals beschritten, haben mich emotional sehr bewegt“, sagte der heutige 74- jährige ehemalige Wehrdienstleistende. Viel Wehmut auch bei Christa Flöser. „Ich kann nicht glauben, dass es vorbei ist“, schluchzte die vor zwei Jahre in den Ruhestand versetzte Angestellte. 23 Jahre lang hat sie im Vorzimmer des Kommandeurs geschrieben und organisiert. Ihr Taschentuch war bei weitem nicht das einzige, das eine Träne aus dem Augenwinkel aufnahm. Viele Zaungäste, aber auch hartgesottene Soldaten taten ihr gleich. Speyer trauerte.„Das Spezialpionierbataillon 464 ist stolz darauf, Speyer und die Pfalz als Heimathafen zu haben, denn wenn sich der Pylon der Rheinbrücke und die Silhouette des Doms in der Ferne abzeichneten, stand dieses für die Heimkehr, stand dieses für die Heimat, stand dieses für den erfolgreich beendeten Einsatz“, beschrieb Oberstleutnant Stefan Jeck beim Appell auf dem Domplatz die besondere Verbundenheit seines Bataillons mit der Garnisonsstadt und der Region. In seinen weiteren Ausführungen hob der Kommandeur besonders die hohen Belastungen durch die Auslandseinsätze hervor. Durchschnittlich 350 Speyerer Pioniere befanden sich jährlich im Einsatz, bauten dort zumeist Feldlager auf und betrieben diese. „Die damit einhergehenden enormen Belastungen haben Sie und Ihre Familien tapfer ge- und ertragen“, bescheinigte Jeck den Soldaten und ihren Angehörigen. Das Bataillon habe er jeden Tag mit Freude geführt und er sei stolz, hier Kommandeur zu sein.

„Wir verfolgen diesen Augenblick mit Wehmut“, beschrieb Oberbürgermeister Hansjörg Eger in seiner Ansprache die Stimmung in der Stadt. Mehr als 50 Jahre hätten Soldaten und Speyerer gut zusammengelebt, als Partner, Freunde und Weggefährten. „Bürgerschaft und Bundeswehr können in Speyer auf Jahrzehnte guter Zusammenarbeit zurückblicken. Dank des hohen persönlichen Einsatzes der Soldatinnen und Soldaten wurde das Vertrauen der Domstädter, das sie in die Pioniere gesetzt haben, nie enttäuscht“, so der erste Bürger der Stadt, deren 200-jährige Geschichte als Garnison mit der Außerdienststellung des Spezialpionierbataillons 464, eine Dienststelle der Streitkräftebasis, zum 31. Dezember 2015 endet.

Dann wurde es feierlich. Begleitet vom Trommelschlag des Heeresmusikkorps Koblenz trat die Truppenfahne des Spezialpionierbataillons in die Platzmitte vor und Generalmajor Antoni sprach die Formel zur Außerdienststellung. Danach senkte der Träger die Truppenfahne. Der „Marsch der Soldaten des Robert Bruce“ erklang, worauf General und Bataillonskommandeur gemeinsam die Fahne einrollten, eine schwarze Schutzhülle darüber zogen und diese verschnürten. Nach dem Eintreten der Truppenfahne und dem Abspielen der Nationalhymne marschierten die Soldaten durch die menschengesäumte Maximilianstraße aus.
Vor dem historischen Rathaus grüßten Oberbürgermeister Eger und Generalmajor Antoni die Soldatinnen und Soldaten zum Abschied.

Quelle: Landeskommando Rheinland-Pfalz
Text: Rudi Meiszies
Fotos: Pascal Rojahn


Hat das Bataillon mit Freude geführt: Oberstleutnant Stefan Jeck

                           Generalmajor Hans-Erich Antoni stellt das Bataillon außer Dienst

Generalmajor Antoni und Oberstleutnant Jeck rollen die Truppenfahne ein

                                              Ausmarsch der Speyerer Pioniere

Angehörige der Pionierschule beweisen durch ihre Sammlung für vom Hochwasser geschädigten Feldwebel besondere Solidarität.

Ingolstadt
Durch die Hochwasserkatastrophe im diesjährigen Frühsommer wurde auch ein Soldat der Pionierschule besonders schwer getroffen. Die Wassermassen, die tagelang in seinem Haus standen, verursachten einen Schaden im hohen fünfstelligen Bereich. Nur ein Teil wird durch Versicherungen und öffentliche Hand ersetzt werden. Brigadegeneral Heiko Krogmann, der Kommandeur der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik, rief nach der Katastrophe spontan seine Mitarbeiter und Soldaten während eines Schulappells zur Unterstützung des Geschädigten auf, und vertraute dem Personalrat die Durchführung einer Sammlung zu Gunsten der Flutopfer der Dienststelle an. Auch der Bund Deutscher Pioniere beteiligte sich mit einer Spende in Höhe von 300 EURO.

Das Bild zeigt BrigGen Krogmann und Oberstlt Wagner bei der Übergabe der Spende an StFw Buchner

Das Bild zeigt BrigGen Krogmann und Oberstlt Wagner bei der Übergabe der Spende an StFw Buchner

Wie kommen wir darüber?

oder1974 – Brückenschlag über die Aller mit Brückenlegepanzer M 48

An dieser Stelle möchten wir – endlich – beginnen, Erfahrungen der Pioniere der Bundeswehr vorzustellen. Hier der Bericht von einem gelungenen Pioniereinsatz, der das handwerkliche Können und Kreativität der Pioniere unter schwierigen Voraussetzungen  beschreibt:
Dieser Bericht soll die Ehemaligen unter Ihnen anregen, uns ähnliche Artikel zususenden und den Jüngeren unter Ihnen darstellen, was die Pioniertruppe der Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten geleistet hat.
Sie werden diese Darstellungen unter der Rubrik „Geschichte der Pioniertruppe“, Menüpunkt „Pioniere der Bundeswehr“ finden.“Es war einmal vor langer, langer Zeit, so möchte man mit der Schilderung eines Brückenschlages beginnen, der 35 Jahre zurückliegt. Damals gehörten Übungen mit Volltruppe auf allen Führungsebenen – bis hin zum Korps- zur normalen Ausbildung und waren natürlich zugleich immer Höhepunkte. Die damit verbundenen Truppenbewegungen – auch mit allen gepanzerten Gefechtsfahrzeugen – auf Autobahnen, Landstraßen und natürlich im freien Gelände sind heute kaum noch vorstellbar. Die Akzeptanz der massiven Verkehrsbehinderungen wäre in der Bevölkerung wahrscheinlich sehr gering. Würde das Klirren der Fensterscheiben hingenommen werden, wenn ein PzBtl mit seinen Leoparden nachts durch eine Ortschaft rasselt? Ist es heute noch Realität, dass der Führer eines Panzerbrückenzuges, meist auf sich allein gestellt, mit seinen überbreiten und fast 4,00 m hohen Fahrzeugen sich im Übungsraum ohne Marschkredit frei bewegt?

Im Verlauf der DivGefÜb „HOHER PREIS“ sollte die PzBrig 3 über die ALLER hinweg angreifen. Im entsprechenden Gewässerabschnitt ist die ALLER ca. 40 m breit und bis zu ca. 1,50 m tief. Nachdem die Kommandeure der Kampftruppe in einer Vorbesprechung ein Tiefwaten mit Leopard und Marder ausgeschlossen hatten, wurde der BrigPiFhr gefragt:

„Also wie kommen wir darüber?“

PzPiKp 30 war zu diesem Zeitpunkt noch mit 4 Brückenpanzern M 48 A2 (US) ausgerüstet – Brückenlänge fast 20 m – wobei die Vorschriften aber auch ein überlappendes Verlegen beschrieben, um breitere Gewässer zu überbrücken. Obwohl dieses Verfahren in der Kp noch nie durchgeführt worden war, wurde es dem BrigKdr vorgeschlagen, der es im Vertrauen auf seine Pioniere genehmigte.

Eine geeignete Stelle zum Vorüben war in Flettmar an der Aller schnell erkundet, die erforderliche Genehmigung eingeholt und die Ausbildung der Fahrer der Brückenpanzer konnte erfolgen.

Die DivGefÜb fand dann vom 27. bis 30.11.1974 statt. Am Mittag des 28. stand die PzBrig 3 am Nordufer der ALLER. Um am feindlichen Ufer bei BOCKELKAMP einen Brückenkopf zu bilden, setzte die erste Welle der Grenadiere mit Schlauchbooten über, gesteuert von Panzerpionieren. Ein 2-adriges Kabel vom Feldfernsprecher war am Heck der Boote befestigt, daran wurden die Boote zurückgezogen. Der im Boot verbliebene Steuermann verhinderte ein Abtreiben in der ohnehin schwachen Strömung. So konnten in schneller Folge alle abgesessenen Kräfte des PzGrenBtl 32 übersetzen und den Brückenkopf ausweiten. Der Übergang wurde aus ufernahen Stellungen der MARDER überwacht.

Gleichzeitig führte der KpTrp der PzPiKp 30 eine Flussprofilaufnahme durch, in der die bereits vor Übungsbeginn eingeholten Aussagen der Wallmeister zur Gewässerbreite (42 m) und Tiefe (1,45 m) bestätigt wurden. Die Brückenlinie wurde mit Fluchtstangen markiert.
Gegen 15 Uhr erreichten 3 BrPz, die über schwieriges Gelände – unterstützt von einem PzPiZg – herangeführt worden waren, die Brückenstelle. Gerätereserve war eine auf Tieflader verlastete Ergänzungsbrücke. Aus der letzten Deckung durch den ZgFhr abgerufen, erreichte der erste BrPz das Ufer und legte die Brücke auf einem Uferbalken aus Kanthölzern so ab, dass noch ca. 3 m auf Land auflagen. Die Brückenspitze verschwand in dem ca. 1,45 m tiefen Wasser.

Da der M48 A2 die Brücke beim Ablegen erst völlig senkrecht stellt- und damit eine Höhe von ca. 12 m erreicht, bildet er ein weit sichtbares, gut aufzuklärendes Ziel. Eine Schwachstelle, die bei der Konstruktion des BrLPz Biber vermieden wurde.

Der zweite Panzer legte seine Brücke so ab, dass eine Überlappung von ca. 7m entstand. Auch von dieser Brücke ragten nur noch wenige Teile aus dem Wasser. Auch die 3. Brücke wurde mit einer Überlappung von ca. 7 m abgelegt, lag damit fast waagerecht über der Wasseroberfläche und ca. 3m am jenseitigen Ufer auf. Die drei Brücken wurden untereinander kreuzweise mit Ketten verzurrt. Auch die beiden Endbrücken mussten gegen Verschieben – ausgelöst durch Lenkbewegungen der Panzer – gesichert werden. Dazu wurden rechts und links 5 to Greifzüge angeschlagen, die von Verankerungsplatten gehalten wurden, die mit je 8 Erdnägeln am Boden befestigt waren.

Mit einem großen „Flicken“ der Achteck – Schnellbaustraße wurde an der Zufahrt diesseits ein kritischer Punkt befestigt, wo scharfe Lenkbewegungen erforderlich waren.
Nach der Belastungsprobe mit einem Pionierpanzer konnte der Brigade gegen 16:30 Uhr Brückenschluss gemeldet werden. Kurz darauf begann der Übergang der MARDER, auf die die Grenadiere in dem Brückenkopf schon dringlich warteten.

belastungsprobe beim vorben

Belastungsprobe

Noch heute denke ich voller Respekt an die meist wehrpflichtigen Panzerfahrer, die in der dunklen Novembernacht praktisch ins Nichts hinein – nur mit Tarnlicht – über eine Brücke fuhren, die weitgehend nicht zu sehen war. Lediglich der äußere Rand der Fahrbahn war an Ober- und Unterstrom mit Lampen aus dem Minenfeldmarkierungssatz nach freundwärts etwas ausgeleuchtet.

Die Erleichterung, das jenseitige Ufer erreicht zu haben konnte man gut hören; jetzt wurde wieder ordentlich Gas gegeben. Als Folge musste dieser tief zerfurchte Bereich mehrmals wieder grob einplaniert werden, ausgeführt von den als Bergehilfe bereitstehenden Pionier-panzern.
Brückenschläge zogen bei allen Übungen höhere Vorgesetzte an. So war natürlich auch der DivKdr anwesend, als auch das  PzBtl 34 mit allen Gefechtsfahrzeugen noch in derselben Nacht über die 3 – teilige Panzerbrücke fuhr. Da auch dieser Übergang störungsfrei verlief, wurde der gute Ruf unserer Pioniertruppe einmal mehr gefestigt.

am morgen nach dem bergang

Am Morgen nach dem Übergang

Das Aufnehmen der Brücken war schwierig, hatten sie sich doch tief in das Erdreich eingedrückt. Nur mit Hilfe der Pionierpanzer und erst, nachdem der Schlamm abgespritzt worden war, konnten die M 48 die hydraulischen Anschlüsse wieder koppeln und die Brücken aufnehmen:
freilegen der hydraulischen anschlsse

In diesem Bericht ist weder die taktische Lage noch die Übergangsorganisation dargestellt worden. Absicht war es vielmehr aufzuzeigen, dass die vorhandene Geräteausstattung manchmal ein breiteres Spektrum an Einsatzvarianten ermöglicht. Vielleicht regt dieser Bericht die heutigen ZgFhr und Kp-Chefs dazu an, die Einsatzmöglichkeiten ihres STAN – Gerätes mit anderen Augen zu sehen und zu prüfen, ob die Vorschriften „Sonderbauweisen“ zulassen, die vielleicht gerade im Auslandseinsatz notwendig werden können.
SFw a.D. Dieter Klitzke – damals Fhr Pz Brck Zg –  gilt mein Dank für die erfolgreiche Suche in den Traditionsräumen der PzBrig 3 und viele ergänzende Einzelheiten zu diesem Bericht.“

Hartmut Cossmann  Oberst a.D.