Die Panzerpionierkompanie 550 aus Stetten am kalten Markt führte vom 06.07.2020 bis 17.07.2020 einen Truppenübungsplatzaufenhalt an den Standorten Münchsmünster und Ingolstadt durch. Die COVID-19 Pandemie beeinflusste maßgeblich die Planung und Durchführung und machte dem alljährlichen Übungsplatzaufenthalt fast einen Strich durch die Rechnung. Nur durch strenge Auflagen und die nötige Einsatzbereitschaft konnte der traditionelle Aufenthalt gewährleistet werden.

Dafür wurde kurzerhand unter anderem die Sporthalle in Ingolstadt zur Unterkunft, für die Soldaten der Dienst-postenausbildung in Beschlag genommen. Jeder Soldat hatte dank einiger Bauzäune und über 300 Bettlaken seinen persönlichen Bereich. Somit konnte die „Kohortisierung“ der einzelnen Ausbildungen sichergestellt werden.

 

 

 

Die Übungs- und Ausbildungsphasen beinhalteten im Einzelnen das Transportpanzer-Schwimmen, die S-Boot Ausbildung, die InÜbungsHaltung in der Elektro-, Holz-, Beton- und Metallwerkstatt, die Gefechtsstandausbildung, und die Dienstpostenausbildung, bei der am Ende der Erwerb der Pionier-ATN stand.

Beim Transportpanzer-Schwimmen wurde in diesem Jahr die Bergung unter Zuhilfenahme von S-Booten ausprobiert. So konnte zudem die Ausbildung der S-Boot Bediener mit dem Transportpanzer-Schwimmen in Einklang gebracht werden. Natürlich lief, durch die in die Jahre gekommenen Transportpanzer Fuchs, nicht immer alles reibungslos, sodass auch die behelfsmäßige Instandsetzung ihren Anteil einbringen konnte und musste.

 

In den Werkstätten wurde von früh morgens bis in die späten Abendstunden geschreinert, geschweißt, gelötet und betoniert. Trotz der „Coronabedingten“ geringen Stärke von maximal 4 Soldaten je Werkstatt, wurden durch Schweiß und Blut viele Projekte in die Tat umgesetzt. Neben der im Fokus stehenden InÜbHaltung der Berufe, sitzt es sich auf eigens geschreinerten Bänken einfach besser.

Die Gefechtsstandausbildung umfasste den Auf- und Abbau, die Inbetriebnahme, das gefechtsmäßige Verlegen und die Inbetriebnahme. Durch die Möglichkeit der Verlegung von dem ÜbPl Zuchering auf den ÜbPl Hepberg und den Wasserplatz in Ingolstadt, konnte durch die taktische Lage ein realistisches Lagebild geschaffen werden. Dem Gefechtsstandführer stand zudem ein Sicherungszug zur Verfügung, der den Auf- und Abbau sicherte.

Der zweite Panzerpionierzug der Panzerpionierkompanie 550 nutzte den Übungsplatzaufenthalt, um die Dienstpostenausbildung für die neu zu versetzten Soldaten sicherzustellen. Vom PiGerSatz 2, der Paddelschule, bis hin zum Bau von behelfsmäßigen Übersetzmitteln wurde den Soldaten alles Notwendige für das Pionierhandwerk an die Hand gegeben.

Trotz der Auflagen und den Herausforderungen in Planung und Koordinierung durch die Corona-Pandemie, konnten auf dem Übungsplatz die Ausbildungsziele erreicht werden. So verbleibt die 550, ganz nach dem Motto der Kompanie „Einer für Alle – Alle für Einen“!

 

Anker wirf!

Text und Bilder:
Pascal Preitauer
PzPiKp550

Als Advisor beim 217th ANA Corps

Von Januar bis Juli 2020 war ich als Military Engineer Advisor (MilEngAdv) im 17. und 18. Kontingent “Resolute Support” beim 217th Afghan National Army (ANA) Korps in Kunduz eingesetzt. Im Zuge unseres Kontingentswechsels wurde der Schwerpunkt der Beratung vom operativen Geschäft auf die sogenannte Institutional Viability, sinngemäß übersetzt mit institutionelle Zuverlässigkeit, verschoben. Aus diesem Grund musste ich mich bereits kurz nach der Aufnahme der Arbeit ebenfalls in den Bereich afghanische Infrastruktur einarbeiten, da in Kunduz hierfür kein Berater vorhanden war. Das gesamte Team bestand aus 14 Beratern und deckte in der Grundstruktur die Bereiche G2-G4, Chef des Stabes, Kommandeur, Military Engineering, Sanität und Joint Fires ab. Wegen eben angesprochener Schwerpunktverschiebung mussten jedoch die meisten Berater weitere Funktionen, wie z.B. G1, übernehmen.

Lebensbedingungen im Safe Haven in Camp Pamir

Neben meinem Berater-Team waren im Safe Haven eine Kompanie Force-Protection-Kräfte des Jägerbataillons 91, armenischer Infanterie, sanitätsdienstliche Versorgung in Form einer Damage Control Surgeon Unit (DSCU) sowie Feldlagerbetrieb und weitere Unterstützungskräfte untergebracht. Die US-Streitkräfte waren mit einem Forward Arming and Refueling Point (FARP) und bis Mitte April mit einem Berater Team für die ANA Brigaden vor Ort.
Ursprünglich war der Standort Kunduz nur als kurzfristige Einrichtung geplant, daher waren die Lebensbedingungen rudimentärer als im Feldlager in MeS. Die Verpflegung bestand aus Gruppen EPA, die von einem Feldküchentrupp des Jägerbataillon 91 zubereitet wurde und als Betreuungseinrichtung stand lediglich ein Kraftraum zur Verfügung. Die einfachen Lebensbedingungen schweißten jedoch alle Einheiten im Safe Haven zu einer Einheit zusammen und erzeugten ein tolles Wir-Gefühl.

Die Bedrohungslage war zu Beginn des Kontingents sehr angespannt. Unsere Vorgänger standen mehrere Male unter Raketenbeschuss und unsere Feuertaufe ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Bereits kurz nach unserer Ankunft in Kunduz wurde das Camp erstmals mit Mörsern beschossen. Diese Art von Angriffen stellt eine neue Qualität dar, da die Vorwarnzeit von wenigen Sekunden, bedingt durch die Flugzeit der Raketen, nahezu Null war. Bei weiteren Angriffen wurde auch der Safe Haven und Gebäude der US Kräfte mehrmals getroffen. Glücklicherweise kam es dabei zu keinen Verlusten. Nach dem Friedensabkommen zwischen der USA und der Taliban-Führung in Doha entspannte sich die Lage zusehends und wir mussten keinerlei weitere Angriffe über uns ergehen lassen. Leider fehlte es bis zuletzt an Möglichkeiten, Steilfeuer der Taliban effektiv zu bekämpfen bzw. auf Steilfeuer antworten zu können.

 Die Arbeit als Advisor (Berater)

Die besondere Lage des Safe Haven in Kunduz führte zu einer sehr engen persönlichen Bindung an die afghanischen Kameraden. Man erschien nicht nur zum Advising, sondern lebte mit der ANA im selben Camp und war auch persönlich stets schnell erreichbar und verfügbar.
Dadurch waren wir in der Lage, schnell eine gute persönliche Bindung zu unseren afghanischen Counterparts aufzubauen. Diese persönliche Beziehung war insbesondere nach der Verschärfung der Lage durch die Corona Krise von Vorteil. Nachdem persönliche Kontakte zu den Afghanen aufgrund der Pandemie untersagt wurden, musste das Advising auf Telefon und Videotelefonie umgestellt werden. Advisor, die vorher eine intensive persönliche Beziehung mit ihren Counterparts aufgebaut hatten, profitierten in dieser Situation davon, da die Bereitschaft, sich auf Advising über Telefonie und Videos einzulassen, wesentlich größer war.

Teilnahme an einer Besprechung des Stabes 217th ANA Corps

Unabhängig von der Pandemie ist die Arbeit mit den Afghanen eine kulturelle Umstellung gewesen. Klare Worte oder Befehle findet man in afghanischen Besprechungen selten, da Ehre und die Wichtigkeit das eigene Gesicht zu wahren kulturell von großer Bedeutung sind. Dies erschwerte aus meiner Sicht viele Vorgänge und verzögerte die Arbeit an vielen Stellen, da es für einen afghanischen Offizier bereits ein Gesichtsverlust ist, einen anderen Offizier in einer gleichen Dienststellung anzurufen, um organisatorische Vorgänge abzustimmen.
Eine solche Abstimmung muss immer über eine übergeordnete Ebene, im Fall des Korps über das Verteidigungsministerium, laufen. Nichtsdestotrotz haben die meisten unserer Counterparts bereits seit mehreren Jahren mit deutschen Advisorn gearbeitet und sind zu einem gewissen Grad an den deutschen Umgangston gewohnt. So gab es Situationen, in denen ich ein ehrliches Wort mit meinem afghanischen Counterpart sprechen und ehrliches Feedback geben konnte. Es galt hierbei, eine Balance zwischen Auftragserfüllung und der dazu teilweise notwendigen Sprache und einem guten Verhältnis zwischen Advisor und Counterpart zu finden.

 

Eine Battle Position kurz vor der Fertigstellung durch Pioniere des 217th ANA Corps

Thematisch standen in der Zelle MilEng zum einen der Bau von sogenannten Hardened-Battle-Positions (HBP), zum anderen der Aufbau von C-IED Fähigkeiten auf Corps Ebene und in den nachgeordneten Verbänden im Fokus. Mit dem HBP Konzept wollte man der Flut an kleinen Checkpoints der ANA Herr werden, die für Angriffe der Aufständischen leichte Beute waren und ein Hauptgrund für die hohen Verlustzahlen der afghanischen Sicherheitskräfte waren.

 


Die Zelle MilEng des Korps koordinierte dabei den Einsatz der Pioniermaschinenkräfte, die im Pionierbataillon des Korps aufgehangen sind und die Bereitstellung des Baumaterials. Im afghanischen System bewirtschaften Fachstränge wie MilEng oder San ihr eigenes Material, beschaffen und fordern dieses unabhängig vom G4 Bereich an. An dieser Stelle musste angesetzt werden, um Beschaffungs- und Anforderungsprozesse zu entwickeln und im Korps zu implementieren. Die zweite große Herausforderung war die Aus- und Weiterbildung von Pioniermaschinenbedienern. Das Korps verfügte zwar über einen sehr gut ausgestatteten Fuhrpark an Baumaschinen jeglicher Art, es mangelte jedoch an ausgebildeten Bedienern.

 

Praktische Pioniermaschinenausbildung des Korpspionierbataillons

In Verbindung mit dem Chief MilEng konnte ein Ausbildungsprogramm entwickelt werden und komplett unter afghanischer Leitung durchgeführt werden. Auf der Ebene der abteilungsübergreifenden Stabsarbeit eröffneten sich im Thema HPB eine Menge Herausforderungen. Die Stabsabteilungen kommunizierten nur unzureichend miteinander. Planungen wurden immer wieder ohne Rücksprache mit den Fachabteilungen verändert und das Konzept als großes Ganzes war in vielen Teilen nicht verstanden oder verstanden, aber abgelehnt worden.
Hier fehlte auch ein gemeinsamer Advising Ansatz, der Stabsabteilungs-, Korps- und auch Institutionsübergreifend versucht das Konzept zu implementieren.

Ein erfolgreicher institutionsübergreifender Ansatz gelang im Aufbau von C-IED Fähigkeiten. Gemeinsam mit der G2 Abteilung wurde am Meldewesen und der Qualität sowohl der Brigaden, als auch der anderen Sicherheitsinstitutionen gearbeitet. Insbesondere die Nutzung von standardisierten Meldeformaten und Meldungen war ein erster wichtiger Schritt zur Verbessrung der C-IED Awareness. Aufbauend auf der Verbesserung des Meldewesens, wurde durch das Vorantreiben von Ausbildung die Auswertefähigkeit des Korpsstabs verbessert.
Hier arbeiteten trotz anfänglicher Vorbehalte die Zelle MilEng, in Form eines Kampfmittelabwehrfeldwebels (KpfmAbwFw) gewinnbringend mit der Analyseabteilung der G2 Abteilung eng zusammen, um sowohl die taktische, aber auch die technische Auswertung sicher stellen zu können. Zuletzt gelang es, eine Videokonferenz, die alle zwei Wochen stattfinden sollte, mit Vertretern des Korps, der Brigaden, der Polizei und des Geheimdiensts ins Leben zu rufen. Diese soll in Zukunft als Lageupdate in allen Fragen C-IED dienen und den in diesem Gebiet so essentiellen Informationsaustausch fördern.
Was für westliche Verhältnisse wie eine banale Selbstverständlichkeit klingt, ist in der afghanischen Kultur eine große Herausforderung, da ein Informationsvorsprung jeglicher Art als Machtvorteil angesehen wird. Als nächster Schritt, sollen auf Grundlage der Aus-und Bewertung der Ereignisse Folgerungen für das Handeln eigener Kräfte in Operationen und Ausbildung gezogen und die Auswertefähigkeiten auf technischer Seite vorangetrieben werden. Dieser Schritt konnte in meinem Kontingent nicht mehr realisiert werden,

Das zweite große Arbeitsfeld war der Bereich der afghanischen Infrastruktur. Der Großteil des Camp Pamirs und zahlreiche andere Liegenschaften des Korps waren alte US-Liegenschaften. Diese wurden vor einigen Jahren an die ANA übergeben und wurden seither häufig nicht oder nur sehr eingeschränkt gewartet. Auch hier ging es nach einer relativ ernüchternden Lagefeststellung darum, Prozesse zu entwickeln und bei den afghanischen Streitkräftenzu implementieren.

Improvisiertes Advising unter Corona Bedingungen mit einer Sprechanlage

Diese sollten dem Infrastrukturoffizier des Korps die Möglichkeit geben, langfristig Instandsetzungen, Neubau und Wartung der Liegenschaften des Korps planen zu können, um so zeitgerecht die nötigen Finanzmittel zu beantragen und das entsprechende Personal rechtzeitig zu den verschiedenen Liegenschaften zu schicken. Alleine der Transport des Personals bedurfte regelmäßig einer Abstimmung mit anderen Stabsabteilungen, da aufgrund der Sicherheitslage eine Fahrt der Techniker zu gefährlich gewesen wäre. Diese mussten stets mit Force Protection Käften verlegt werden.

 

 

Parallel zu den strukturellen Herausforderungen war auch in der Infrastrukturabteilung des Korps der Bedarf an Ausbildung sehr groß. Da das 217th Korps vom Soll her bereits unterbesetzt war und im Vergleich zu den anderen Korps nicht annähernd genug Handwerker hatte, um alle Liegenschaften gleichzeitig ausreichend betreuen zu können, wurde versucht, Doppelbefähigungen aufzubauen. Eine Überlegung die bei den afghanischen Counterparts auf geringe Annahme und Verständnis traf und folglich wieder verworfen wurde.

Was sich in der gesamten Advising-Arbeit durchgehend als Problem dargestellt hat, war das mangelhafte Wissensmanagement. Es gibt seit Jahren das sogenannte ANET, ein Informationsaustauschforum, das von allen Advisern, die in der RS Mission tätig waren und sind, genutzt werden kann. Dort können Berichte über größere Projekte bis hin zu einzelnen Beratungsterminen thematisch niedergeschrieben und aufbereitet werden. Vor allem in einer so langwierigen und langfristig angelegten Arbeit wie Advising ist nach meiner Bewertung Kontinuität und die Speicherung von Wissen und Projektergebnissen unabdingbar.
Leider erhält man häufig lediglich die Übergabe seines Vorgängers was dazu führt, dass unter Umständen Erfolge und Ergebnisse von zurück liegenden Kontingenten verloren gehen. Hier besteht nach meiner Bewertung noch großer Nachholbedarf. Die NATO bietet im Rahmen der Einsatzvorausbildung einen Lehrgang im Joint Forces Training Centre in Bydgoszcz an, in dem unter anderem auch in den Gebrauch des ANETs eingewiesen sowie auf aktuelle Advising Konzepte und Schwerpunkte hingewiesen wird. Leider ist dieses Angebot häufig nicht nutzbar, da der Beginn der Kontingente und die Lehrgangszeiträume nicht miteinander harmonisiert sind. Eine Teilnahme an diesem Lehrgang sollte für alle assignierten Advisor für RS genau wie die ELUSA und ELSA Pflichtbestandteil der Einsatzvorbereitung sein.

Insgesamt war der Einsatz eine interessante und für mich persönlich gewinnbringende Erfahrung. Ich konnte auf meinem Dienstposten im Schwerpunkt des Resolute Support Einsatzes arbeiten: Die Aus- und Weiterbildung der afghanischen Armee.
Bezüglich meiner persönlichen Qualifikation hatte ich zunächst Bedenken, da man immerhin auf Korps Ebene berät, während sich meine Erfahrung primär auf Kompanieebene beschränkt hat. Dies erwies sich jedoch schnell als unbegründet, da die Offizierausbildung an der OSH und AusbZPi das nötige Handwerkzeug bietet, um auch in einem solchen Auftrag bestehen zu können. Meinen afghanischen Kameraden wünsche ich viel Erfolg und Soldatenglück beim weiteren Wiederaufbau ihres Landes.

 

Text und Bilder:
Hptm K.

Bad Reichenhall /Bayerisch Gmain.
1.800 Meter Weg inklusive 3 Brücken und einem Steig werden nun durch etwa 30 Gebirgspioniere im Kirchholz gebaut, um den bereits bestehenden Wanderweg um das Kirchholz zu einem Rundwanderweg zu schließen. Hierzu lud der Standortälteste und stellvertretende Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Peter Eichelsdörfer, am 2. September zum Spatenstich ein. Neben dem Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall, Dr. Christoph Lung, sowie dem Bürgermeister der Gemeinde Bayerisch Gmain, Armin Wierer, konnten sich auch der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Maik Keller, und der Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Bad Reichenhall, Udo Brickl, selbst vom offiziellen Baubeginn des Umgehungsweges überzeugen.

Versprechen einhalten
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Oberst Eichelsdörfer die Gäste mit den Worten: „Wir stehen heute hier, um ein Versprechen einzulösen und damit den Wegebau offiziell beginnen zu können“. Der Standortübungsplatz Kirchholz wurde am 1. Juli 2020 offiziell zum Militärischen Sicherheitsbereich umgewandelt.
Hintergrund war eine Überprüfung im Juli 2019 durch das Landeskommando Bayern als Behörde für die innere und äußere Sicherheit auf Übungsplätzen. Diese ergab, dass der Schutz und die Sicherheit von unbeteiligten Dritten in der Form eines Militärischen Bereiches aufgrund der aktuell gültigen Sicherheitsbestimmungen und Nutzungsforderungen sowie der damit einhergehenden Haftungsfragen nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Bild 2: Oberstleutnant Georg Pyttlik bei der fachlichen Einweisung in den Wegebau.

Um den Interessen der Bevölkerung und gleichzeitig die Besonderheiten der Kur- und Tourismusregion Rechnung zu tragen, kann das Kirchholz durch die lückenlose Umgehung weiterhin ohne Gefährdung der Wanderer und Störung des Übungsbetriebes zugänglich gemacht werden.

 

 

 

 

 

Das System Gebirgsjägerbrigade 23 greift auch beim Wegebau
Nach der Begrüßung der Gäste übergab Oberst Eichelsdörfer das Wort an Oberst Keller. Dabei hob er das lösungsorientiere Handeln von Oberst Eichelsdörfer im Dialog mit der Stadt, Gemeinde und Bevölkerung heraus. „Das Kirchholz bleibt mit diesem Rundweg nutzbar für die Bevölkerung“, so der Brigadekommandeur. Ziel ist es, im Herbst die Wegebauarbeiten an der nordöstlichen sowie südwestlichen Grenze des Standortübungsplatzes Kirchholz abzuschließen und an den bereits bestehenden Wanderweg um den Übungsplatz Kirchholz anzuschließen.
„Auch beim Gebirgswegebau greift das System der Gebirgsjägerbrigade 23“, erklärte Oberst Keller. Die Soldaten der 4. Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt werden mit Unterstützung des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen 230 und der Stabs-/ Fernmeldekompanie dieses Projekt durchführen. Dabei hat die bundeswehrinterne Durchführung des Projektes doppelten Nutzen.
Die Gebirgspioniere können so eine praktische und pioniertechnische Aus- und Weiterbildung zur Ertüchtigung von Gebirgswegen an der Grenze des Standortübungsplatzes durchführen und gleichzeitig entstehen so geringere Kosten. Unter Einbindung der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Unterstützung des BwDLZ Bad Reichenhall, das mit der Vertragsabwicklung und Finanzierung des Projekts beschäftigt ist, und dem Unterstützungspersonal Standortältester, welches die organisatorische Funktion übernimmt, konnte der Wegebau zügig begonnen werden.

Abschließend resümierte der Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall: „Der Unmut in der Bevölkerung war groß, aber mit dem Wegebau zeigt die Bundeswehr, dass sie sich aktiv um eine gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung bemüht“. Anschließend wurde der Wegebau offiziell mit einem gemeinsamen Spatenstich von Oberst Keller, Oberst Eichelsdörfer, Regierungsoberamtsrat Brickl, Oberbürgermeister Dr. Lung sowie Bürgermeister Wierer eingeläutet.

Bild 1: V.l.n.r.: Regierungsoberamtsrat Brickl, Bürgermeister Wierer, Oberst Keller, Oberbürgermeister Dr. Lung und Oberst Eichelsdörfer beim Spatenstich.


Bereits 80 Meter Weg ertüchtigt
Anschließend wies Oberstleutnant Georg Pyttlik, Diplom Berg- und Bauingenieur und Projektleiter, die Gäste in die Baumaßnahmen ein. Dabei erklärte er, dass es drei Bauschwerpunkte gäbe. Neben dem normalen Gebirgswegebau und -instandsetzung, müssen drei Brücken bis zu 20 Metern unter anderem auf Bohrpfähle errichtet werden und aufgrund des starken Gefälles im Nordosten des Übungsplatzes ist zudem der Bau eines Steiges erforderlich.
Nach der Baustelleneinrichtung im August konnten die Gebirgspioniere bereits 80 Meter des Umgehungsweges errichten. Davon konnten sich die Anwesenden bei einer abschließenden Begehung der Baustelle selbst überzeugen.

Bild 3: Die Gebirgspioniere der 4. Kompanie aus Ingolstadt beim Bau des Umgehungsweges.

 

Rundwanderweg - Kirchholz

Bild 4: Karte des Standortübungsplatzes Kirchholz. Rote Linie: Bestehender Weg. Schwarze Linie: Wegebauprojekt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:
Text: Sarah Hofmann, Pressestelle Gebirgsjägerbrigade 23
Bilder: Achim Kessler, Pressestelle Gebirgsjägerbrigade 23

Veränderungen in Holzminden – Neue Repräsentanten und aufgewertetes Symbol

Das Panzerpionierbataillon 1 und der Bund Deutscher Pioniere, eine Zusammenarbeit, die seit Jahrzehnten durch hervorragendes Engagement beidseitig geprägt ist. Aus diesem Grund war es dem Kommandeur Panzerpionierbataillon 1, Oberstleutnant Gunter Flach, eine Herzensangelegenheit zwei Veränderungen am Standort Holzminden zu verkünden.

Aufgrund der Versetzung von Hauptmann Michael Zerreich wurden neue Repräsentanten für das PzPiBtl 1 gesucht. Hier nehmen zukünftig als erster Repräsentant Stabsfeldwebel Torsten Eberding aus der 4. Kompanie und als Stellvertreter der Kompaniechef der 2. Kompanie, Hauptmann Marc Ehlert das Amt war.
StFw Erberding war es letztendlich, der sich für die Umsetzung einer Anregung des Brigadegenerals a. D. Franz Pfrengle verantwortlich zeigte. Bei seinem Besuch bemerkte der Präsident des BDPi, dass im Triogebäude zwar ein hochwertiges Symbol des BDPi hing, jedoch auf Grund fehlender Beschriftung für Unkundige keine Zuordnungsmöglichkeit vorhanden war.
Aus diesem Grund übernahm schließlich Stabsunteroffizier Philipp Illing die Umsetzung und fertigte zusammen mit einem befreundetem Tischlermeister das neueWappen innerhalb von acht Stunden Arbeitszeit an. Eichenholz wurde verwendet und darauf mit Hilfe einer CNC-Fräse der Schriftzug eingearbeitet. Nachdem der Klarlack getrocknet war, wurde das alte Metallschild verwendet und auf das Eichenholz angebracht.

SU Illing und Kdr PzPiBtl1, OTL Flach präsentieren das neue Wappen

Die feierliche Übergabe fand anschließend am 11. Juni 2020 im Trio-Gebäude der Pionierkaserne am Solling, der Heimat des PzPiBtl 1, statt.
Anwesend waren die oben genannten Protagonisten des PzPiBtl 1 und Vertreter der Pionierkameradschaft Holzminden. Diese waren es auch, die sich für die hervorragende Zusammenarbeit und das Engagement des PzPiBtl 1 bedankten.

Dank für diesen Artikel geht an das PzPiBtl 1

Text und Bilder:
S1 Abt PzPiBtl 1

Liebe Mitglieder und alle die sich der Pioniertruppe verbunden fühlen !

Einige werden sich fragen, warum es in letzter Zeit auf unserer Webseite so wenig neue Beiträge gibt…! Nun, dies ist unter anderem der CORONA Situation geschuldet. Viele von Ihnen haben – hoffentlich mit Interesse – die Beiträge, die uns in der Vergangenheit aus den Pionierkameradschaften erreichten, gelesen. Aufgrund CORONA mussten und müssen viele Veranstaltungen abgesagt werden. Somit gibt es auch leider wenig Neues aus diesem Bereich. Selbst die Mitgliederversammlung 2020 des BDPi ist ja hiervon betroffen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die aktive Truppe ‘Däumchen dreht’ und wartet, bis das Virus es sich möglicherweise anders überlegt und verschwindet ( was nun wirklich nicht zu erwarten ist).
Damit Sie alle sich über die laufenden Aktivitäten der Pioniertruppe ein Bild machen können, sind an dieser Stelle einmal die Internet-Links zu Pionierverbänden/Einheiten/Dienststellen aus der offiziellen Bundeswehr-Seite (bundeswehr.de) aufgeführt.

Informationen zur Pioniertruppe der Bundeswehr im allgemeinen finden sich hier

Übersicht Pioniertruppenteile

1.PzDiv ——————————> Schweres Pionierbataillon 901 / Havelberg
1.PzDiv –> PzBrig (L) 9 ——> Panzerpionierbataillon 130 / Minden
1.PzDiv –> PzBrig 21 ———> Panzerpionierbataillon 1 / Holzminden
1.PzDiv –> PzGrenBrig 41 –> Panzerpionierbataillon 803 / Havelberg


10.PzDiv —————————–> Pionierbataillon 905 / Ingolstadt
10.PzDiv –> GebJgBrig 23 -> Gebirgspionierbataillon 8  / Ingolstadt
10.PzDiv –> PzBrig 12 ——-> Panzerpionierbataillon 4 / Bogen
10.PzDiv –> PzGrenBrig 37-> Panzerpionierbataillon 701/ Gera
10.PzDiv –> D/F Brig ———-> PzPiKp550 / Stetten a.k.M. (keine eigene offizielle Seite verfügbar)


DSK –> LLBrig 1 –> FschJgRgt 26 –> LLPiKp 260 / Saarlouis (keine eigene offizielle Seite verfügbar)
DSK –> LLBrig 1 –> FschJgRgt 31 –> LLPiKp 270 / Seedorf (keine eigene offizielle Seite verfügbar)


AusbKdo –> Ausbildungszentrum Pioniere / Ingolstadt
AusbZPi —> AusbStPkt Kampfmittelabwehr / Stetten a.k.M.


SKB –> LogKdoBw –> SpezPiRgt 164 / Husum


Lw –> LwTrKdo –> ObjSRgtLw –> 6./ObjSRgtLw / Diepholz (keine eigene offizielle Seite verfügbar)


 

Bis dahin, viel Spaß beim Lesen und bleiben Sie alle gesund!

Mit kameradschaftlichen Grüßen
“Anker – Wirf!”
Jürgen Falkenroth, OStFw a.D
(Webmaster BDPi e.V.)

Quelle der Links: www.bundeswehr.de