Von Reservisten für Reservisten

Portrait eines Reservisten

Stabsfeldwebel der Reserve Matthias Bös, 51 Jahre alt, verheiratet, ist seit 2016 beim nichtaktiven Pionierbataillon 905 in Ingolstadt beordert. Zuvor als Forstwirt ausgebildet ist SF Bös 1990 beim Pionierbataillon 10 in Ingolstadt eingezogen und zum Pioniermaschineneinsatzunteroffizier ausgebildet worden. In seiner 12-jährigen Dienstzeit als Zeitsoldat ist er als Brückenmaterialeinsatzfeldwebel und stellvertretender Zugführer eingesetzt gewesen. Seinen ersten Einsatz leistete er 1999 in Bosnien Herzegowina als Feldlagerbetriebszugführer. 2013 folgte sein zweiter Einsatz in Afghanistan als stellvertretender Pioniermaschinenzugführer. Die gute Zusammenarbeit der verschieden Nationen auf Ebene der Feldwebeldienstgrade ist ihm dabei sehr positiv in Erinnerung geblieben. Nach seiner aktiven Dienstzeit kehrte SF Bös dann zur Forstwirtschaft in seinen Zivilberuf zurück.

Doch ganz an den Nagel hängen wollte er seine Uniform dann doch nicht. So kehrte er 2003 als Reservist, beordert beim Schwimmbrückenbataillon 270 in Münchsmünster, zur Pioniertruppe zurück. Nach dessen Auflösung unterstützte er viele Jahre regelmäßig als Ausbildungs- und Hörsaalfeldwebel an der Pionierschule.

SF Bös bildet als Sprengberechtigter der Bundeswehr junge Pioniere im Sprengdienst aus.

In seiner liebgewonnenen militärischen Heimat, dem Pionierbataillon 905, leistet er seit etwa vier Jahren regelmäßig über mehrere Monate hinweg seinen Reservedienst. Dabei bildet er sich im Rahmen von hochwertigen Lehrgängen nicht nur selber stets weiter fort, sondern unterstützt insbesondere bei der Dienstpostenausbildung SGA Pioniere sowie der Sturmbootausbildung und Motorkettensägenausbildung als Ausbilder und Ausbildungsleiter. Die jungen Soldatinnen und Soldaten – dabei nicht ausschließlich Reservisten, sondern auch Aktive – profitieren dabei insbesondere von dem großen Erfahrungsschatz des altgedienten Pioniers.

 

SF Bös ist Soldat aus Leidenschaft. Das merkt man ihm im Gespräch deutlich an. Er schätzt den kameradschaftlichen Umgang – insbesondere innerhalb der Reserve, in der man als Soldat gemeinsam alt wird. „Die vielen Gespräche mit den deutlich jüngeren Kameradinnen und Kameraden hält einen dabei stets frisch und es ist eine große Freude zu sehen, dass man ihnen mit seiner Ausbildung zum Pionier einen kleinen, persönlichen Stempel mitgeben kann. Natürlich mit schwarzer Tinte.“ – so der Stabsfeldwebel.

 

 

Bild und Text: Hauptmann d. R. Marco Dittmer