Traditionsgemeinschaften – Minden

Die Traditionsgemeinschaft der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne
Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Die Garnisonsstadt MINDEN in Ostwestfalen an der WESER ist schon seit mehr als 60 Jahren Pionierstandort. Im Februar 1959 wurden auch in der neu erbauten Herzog-von-Braunschweig-Kaserne erstmals wieder Soldaten der Bundeswehr stationiert.

Neben dem Pionierkommando 1, später dann Pionierbrigade 20, Pionierbrigade 100 bzw. Pionierregiment 100 hatten auch über Jahrzehnte das Pionierbataillon 110 und das Amphibische Pionierbataillon 130 hier ihre Heimat.

Nach politischen Strukturentscheidungen erfolgte zum 1. Oktober 1993 die Aufstellung des Pionierbrückenbataillons 130 aus den beiden traditionellen Bataillonen 110 und 130.

Auf Initiative des damaligen Kommandeurs des PiBtl 110, OTL Wolfgang Pohl, wurde in der Liegenschaft ein Traditionsraum eingerichtet, um die Erinnerung an die beiden Bataillone zu bewahren. Weiterhin gründete sich am 17. September 1993 die Traditionsgemeinschaft der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne, diese bietet bis heute ihren derzeit ca. 170 Mitgliedern eine militärische Heimat sowohl in der aktiven Dienstzeit, aber besonders auch darüber hinaus im Ruhestand.

Die Traditionsgemeinschaft hat für den Standort MINDEN einen hohen Stellenwert. Eine vielschichtige Struktur der Mitglieder vom Oberst bis zum Gefreiten, von aktiven und ehemaligen Soldaten, Zivilbediensteten und Freunden der Bundeswehr ist Garant für eine lebendige Kameradschaft, sie dient der Informationsgewinnung und bietet Betreuung in besonderen Fällen. Nicht zuletzt der große Zuspruch bei den verschiedenen Veranstaltungen mit und ohne Partner ist Nachweis der Notwendigkeit und der Akzeptanz bei aktiven und ehemaligen Soldaten, und auch der Kontakt zur aktiven Truppe der Mindener Pioniere wird aufrechterhalten. Unter www.tradgem-hvb.de sind auf der Homepage weitere Informationen verfügbar.

Zur Entlastung der Truppe wurde durch diese Gemeinschaft die Traditionspflege am Standort übernommen. Am 13. Juni 2014 wurde die „Militärgeschichtliche Sammlung“ durch den Kommandeur Pionierregiment 100 und Standortältesten Minden, Oberst Thomas Greggersen, gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden der „Traditionsgemeinschaft Herzog-von-Braunschweig-Kaserne“, Stabshauptmann Heinz Joachim Pecher, offiziell eröffnet.

In fast 1000 Arbeitsstunden hat eine Arbeitsgruppe der Traditionsgemeinschaft aus dem ursprünglichen „Traditionsraum“ diese Sammlung entwickelt, die unter dem Titel „Von der Filzlaus zum Wüstentarndruck“ anschaulich die Geschichte der Mindener Pioniere seit 1959, ihre Bewaffnung, Ausrüstung und Uniformierung sowie die unterschiedlichsten Einsätze widerspiegelt. Zu sehen sind Exponate zum Ursprung des militärischen Standortes, zur strukturellen und technischen Entwicklung sowie Darstellungen zu verschiedenen Katastrophenhilfen, Auslandseinsätzen und vieles mehr.

Die Ausstellung dient unter anderem auch zur Traditionspflege und der Vermittlung von Normen und Werten, z.B. im Rahmen der Politischen Bildung oder für geführte Besuchergruppen. Die Räumlichkeiten werden regelmäßig und ganz selbstverständlich für Vereidigungen, Beförderungen und sonstige repräsentative Veranstaltungen genutzt, auch wird fast jeder Gast aus Militär und Politik der die Truppe besucht durch die Ausstellung geführt.

Seit der Gründung der Gemeinschaft hat es immer sehr gute Verbindungen zu den in Minden stationierten Truppenteilen und Verbänden gegeben. Seit vielen Jahren ist es guter Brauch, dass die aktiven Kommandeure bei Veranstaltungen über Themen des Verbandes berichten und so die Mitglieder auf aktuellem Stand halten. Äußeres Zeichen dieser fruchtbaren Zusammenarbeit ist die Tatsache, dass bereits seit 2001 fast alle Kommandeure und Standortältesten zu Ehrenmitgliedern der Traditionsgemeinschaft ernannt wurden.

Die Notwendigkeit und die persönlichen Vorteile einer solchen Gemeinschaft werden vielen Soldaten erst zum Ende ihrer aktiven Dienstzeit bewusst, insbesondere um damit eine militärische Heimat zu behalten. Auch eine mehrjährige Verwendung am Standort ist eine gute Entscheidungshilfe zur Mitgliedschaft, weshalb in dieser Gruppe von aktiven Soldaten auch der Schwerpunkt liegt. Selbstverständlich ist die Werbung neuer Mitglieder im persönlichen Gespräch durch militärische Vorgesetzte und Angehörige der Gemeinschaft ein wichtiger Baustein der Nachwuchsgewinnung und ein immer wiederkehrender Prozess.

Von rechts: StHptm a.D. Heinz Joachim Pecher als 1. Vors. und OStFw a.D. Thomas Bitter als Geschäftsführer
Danksagungen

OStFw a.D. Thomas Bitter
Geschäftsführer der Traditionsgemeinschaft


Text:
OStFw a.D. Thomas Bitter
Bilder
OStFw a.D. Holger Dreesen