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Regionaltreffen 2026 – Nachlese

Das Saarland war eine Reise wert

Das Regionaltreffen 2026 des Bund Deutscher Pioniere e.V. führte ins Saarland nach Saarlouis und Völklingen. Kern des Treffens war ein sehr guter und gewinnbringender Informationsbesuch bei der Luftlandebrigade 1 und der Luftlandepionierkompanie 260 in der Graf-Werder-Kaserne in Saarlouis. Der Besuch fand am Donnerstag, 02. Juli und am Freitag, 03. Juli statt, damit die aktive Truppe sich innerhalb der normalen Dienstzeit präsentieren konnte.
Der Informationsbesuch wurde ergänzt durch ein gemeinsames Abendessen in der Gemeinde Schwalbach, mit der die 260er seit 50 Jahren eine aktive Patenschaft leben sowie durch eine geführte Besichtigung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.
Am 02. Juli ließ es sich der Kompaniefeldwebel der LLPiKp 260 nicht nehmen, die Teilnehmenden der Informationstagung persönlich abzuholen. Nach Einnahme der Mittagsverpflegung in der Truppenküche ging es in den Unterrichtsraum der Kompanie.

Die Teilnehmenden des Regionaltreffens 2026
mit Kompaniechefin und Kompaniefeldwebel LLPiKp 260

Dort trug zunächst der stellvertretende Kommandeur der LLBrig 1, Oberst Eiko Zuckschwerdt, persönlich vor und beantwortete die zahlreichen Fragen. Das Motto der Brigade „Einsatzbereit – Jederzeit – Weltweit“ stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Zuckschwerdt trug zu den Aufträgen und Einsatzmöglichkeiten der Luftlandetruppen in Kriseneinsätzen, militärischen Evakuierungseinsätzen und in der Landes- und Bündnisverteidigung vor. Er unterstrich seine Ausführungen anhand konkreter Beispiele aus vielen Einsätzen der LLBrig 1, gab einen Ausblick auf die möglichen künftigen Einsatzoptionen und stellte die Bedeutung der Pionierunterstützung heraus. Beeindruckt waren die Teilnehmenden zu den Aussagen über die Kaltstartfähigkeit der Brigade, die bereits nach 24 Stunden erste Kräfte zur Verfügung stellen kann, die für die Erfordernisse des möglichen Einsatzes maßgeschneidert sind. Er sagte auch, dass Luftlandetruppen nicht besser oder schlechter als andere Truppenteile des Heeres seien. Sie seien eben nur anders.

Dank des Präsidenten BDPi e.V.
an Oberst Zuckschwerdt

Danach informierte die Chefin der LLPiKp 260, Major Judith Mergens, über Auftrag, Gliederung und Einsatzmöglichkeiten ihrer Einheit. Nicht nur im Hinblick auf die Organisation und Ausrüstung wurden die Unterschiede zu anderen Pioniertruppenteilen deutlich. Auch in Bezug auf den Geist der Luftlandepioniere, die sich als Möglichmacher verstehen, auch wenn die Bedingungen schwierig sind. Luftlandepioniere sind nicht nur Soldaten, die als Unterstützer mit den Fallschirmjägern mitkämpfen können, sondern sind, vor allem im Zug mit erweiterter Grundbefähigung, Fallschirmjäger, die Pionieraufgaben erfüllen können.
Was die Kompaniechefin am Donnerstag vorgetragen hatte, wurde am Freitagvormittag an 5 Stationen begreifbar. Der stv. Zugführer des I. Zuges, dessen Soldaten mit der erweiterten Grundbefähigung schon fast an die Leistungsfähigkeit von Spezialkräften heranreichen, stellte die Einsatzmöglichkeiten des Zuges, insbesondere im Hinblick auf Luftlandeoperationen dar. Natürlich konnten die Ehemaligen auch Ausrüstung anlegen und Werkzeuge ausprobieren.

Der Präsident sieht alles,
jetzt auch bei Dunkelheit
Bild: P. Metzger

Das Transportfahrzeug der Luftlandepioniere wurde in zwei Konfigurationen vorgestellt und die Teilnehmenden konnten nach einer kurzen Mitfahrt einschätzen, was es bedeutet, auf diesem Fahrzeug mit persönlicher Gefechtsausrüstung einen langen Mot-Marsch durchzuführen. Aber alte KraKa-Nutzer wären froh gewesen, ein solches Fahrzeug zu haben.

Der ehemalige Luftlandepionier OTL a.D. Brübach (Mitte) hat den MUNGO mit dem KraKa getauscht.
Bild: F. Pfrengle

Der EOD-Zug stelle seine umfangreiche Ausrüstung und die damit verbundenen Fähigkeiten vor und die Teilnehmenden duften probieren und ausprobieren, was sie wollten. Gar nicht so einfach, einen Theodor zu steuern.

Ein Teil der umfangreichen Ausrüstung
des EOD-Zuges
Bild: B. Steinbacher

Der Pioniermaschinenzug, der, außer dem in zwei Containern verlasteten einheitlichen Pioniergerätesatz, nur leichtes Gerät besitzt, stellte u.a. eine mit 2 S-Boot Motoren angetriebene Fähre aus dem Material Jet-Float vor, mit dem die Luftlandepioniere in der Lage sind, leichte Gefechtsfahrzeuge, z.B. den Wiesel, und Pioniergerät überzusetzen. Transporthubschrauber sind ein rares Gut und werden dafür nicht immer verfügbar sein.

Jet-Float Fähre des Pioniermaschinenzugs

Last but not least konnten die Mitglieder des BDPi e.V. beobachten, wie Fallschirme gepackt werden.
Nach den Vorführungen standen die Chefin, der Spieß und weitere Soldaten im Rahmen eines Imbiss noch für zusätzliche Gespräche im Besprechungskeller zur Verfügung. Zur permanenten Gewöhnung ist der Raum teilweise wie der Innenraum einer Transall ausgebaut und einer der Besprechungstische ist aufgebaut, wie eine Außenlast.
Dies war auch die Gelegenheit für den Präsidenten des BDPi e.V., sich bei der Kompaniechefin und dem Kompaniefeldwebel für einen sehr gelungenen, informativen und höchst interessanten Besuch im Rahmen der Regionaltagung 2026 zu bedanken. Der Kompanie gebührt ein kräftiges „Anker wirf“ und natürlich „Glück – ab!“ Klasse gemacht!

Der Präsident bedankt sich bei der Kompaniechefin für einen klasse Informationsbesuch

Neben dem Informationsbesuch in der Graf-Werder-Kaserne gab es am Donnerstagabend ein gemeinsames Essen in der Patengemeinde Schwalbach, an dem auch die Chefin und der KpFw sowie mit Stabsunteroffizier T., ein ehemaliger Preisträger des BDPi, teilnahmen. Als Vertreter für den im Urlaub befindlichen Bürgermeister der 18.000 Einwohner umfassenden Gesamtgemeinde nahm der Beigeordnete Peter Bonner teil.

Lesestoff für den Beigeordneten der Gemeinde Schwalbach: Festschrift 100 Jahre BDPi e.V.

Am Freitagnachmittag ging es zum Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Die 1873 gegründete und 1986 stillgelegte Hütte zur Roheisenerzeugung beeindruckte durch Größe, Hüttentechnik und Fördertechnik. Unser Führer, ein echter Saarländer, der selbst beginnend mit 14 Jahren in der Hütte gearbeitet hat, führte kompetent und kurzweilig von der Erzhalle über die Möllerhalle, die Hängebahn und einen Ofen der Hochofengruppe in luftige Höhe und bis zum Abstich wieder nach unten. Die technischen Zusammenhänge wurden ebenso erläutert, wie die Bedeutung der Region Saar-Lothringen und ihrer Bodenschätze für den Weg von Erz und Kohle bis zu den Produkten aus Stahl.

Hier war früher kein
blauer Himmel zu sehen
Bild: F. Pfrengle
Ein engagierter Guide

Mit einem gemütlichen gemeinsamen Abend im Hotel in Völklingen, zu dem auch der Landesvorsitzende Saarland im VdRBw e.V., der Pionier Hptm d.R. Wurzer, kam, endete das Regionaltreffen 2026.

„Anker – Wirf!“

Text: Franz Pfrengle
Bilder: J.Falkenroth (wenn nicht anders gekennzeichnet)