Segelkameradschaft des Ausbildungszentrums Pioniere

 

Segelkurs und Seefahrt 2016
der Segelkameradschaft des Ausbildungszentrums Pioniere e.V.

gegründet 1971

Die Segelkameradschaft des Ausbildungszentrums Pioniere (abgekürzt: SK) führt in jedem Frühjahr einen Kurs zum Erwerb des Sportbootführerscheins Binnen durch, an dem Soldaten aus Ingolstadt und München, in Neubiberg studierende Offiziere/OAs sowie zivile Interessenten teilnehmen. In diesem Jahr wurde der Teilnehmerkreis auf Soldaten beschränkt, um die Mitgliederzahl in der SK (derzeit etwa 300) nicht zu stark ansteigen zu lassen, denn die Segelkurse bringen jedes Jahr meist über 20 Neumitglieder.
Ich bin für die etwa 40 jetzigen und früheren Bundeswehrstudenten zuständig und bin natürlich auch als Segelausbilder eingesetzt.
Klaus op de Hipt, Oberstleutnant a.D.

Im Frühjahr berichteten wir an dieser Stelle vom Segelkurs der Segelkameradschaft des Ausbildungszentrums Pioniere. Und auch von der Segelbegeisterung, die uns damals erfasste.

In der Segelkameradschaft des Ausbildungszentrums Pioniere werden auch Segeltörns auf dem Meer durchgeführt – in diesem Jahr u.a. zweimal mit studierenden Offizieren/OAs der Universität der Bundeswehr München. Einer der teilnehmenden Fähnriche erzählt nun vom letzten Segeltörn:

Segeltörn auf der Adria

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Der logische nächste Schritt nach vielen schönen Sommerstunden auf dem Starnberger See war ein Segeltörn auf einem etwas größeren Boot. Gemeinsam mit unserem erfahrenen Skipper Oberstleutnant a. D. Klaus op de Hipt, der auch im Frühjahr unser Segelkursausbilder war, trommelten  ein weiterer Teilnehmer dieses Kurses und ich eine insgesamt siebenköpfige Crew zusammen, mit der wir eine Woche (10.-17.09.16) auf einer Segelyacht die nördliche Adria erkunden wollten.
Am Samstag übernahmen wir nach langer Busfahrt in der Marina von Vrsar/Kroatien unser Schiff, die 13 m lange Segelyacht „EMA“. Nach dem Einräumen und der Einweisung konnten wir abends die gute kroatische Küche genießen, bevor die erste Nacht auf dem Boot anstand. Alles war ungewohnt eng und verschachtelt, und noch hatten wir uns nicht an das Schaukeln gewöhnt.

 

 

4-mobAber als wir am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein ausliefen, war das vergessen, und wir hatten nur noch die Weite des Meeres vor uns. Das ausgezeichnete Wetter brachte leider nicht allzu viel  Wind mit, sodass wir in den nächsten Tagen immer wieder zu längeren Fahrten unter Motor gezwungen waren. Aber das Segeln kam auch nicht zu kurz und wir konnten regelmäßig unsere Manöver, allem voran das „Mann-über-Bord-Manöver“, üben.

 

So segelten wir die nächsten Tage ruhig vor uns hin, nur unterbrochen von Manöver-Übungen, Delfin-Sichtungen oder Badestunden. Wir umrundeten die Südspitze von Istrien bei Pula und folgten der Inselkette um Mali Lošinj bis auf die Höhe von Zadar. Dort drehten wir wieder um und traten auf anderen Kursen den Rückweg an. In der Mitte der Woche übernachteten wir einmal im Stadthafen von Mali Lošinj, um mal wieder ausgiebig zu duschen und die Wassertanks und Batterien aufzuladen. Die restliche Zeit ankerten wir in beschaulichen Buchten und ließen uns von unserem Smutje fabelhaft bekochen.

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An den letzten beiden Tagen verschlechterte sich das Wetter, brachte aber dafür erfreulicherweise starken Wind und Seegang mit, was uns den Abschied nicht leichter machte – nach einer so schönen und erlebnisreichen Woche.„ Mast- und Schotbruch“ (so sagen die Segler) – und bis zum nächsten Mal!


Segelprüfung
Bericht der Fähnriche Bahlcke und Czelinski:
Der krönende Abschluss unseres Segelkurses war am Prüfungstag. Alle waren erlöst vom Prüfungsdruck und begeistert vom wilden Ritt auf der kippeligen Einmannjolle vom Typ „Laser“. Das Kentern im 8° kalten Wasser konnte den Enthusiasmus nicht bremsen. Das war natürlich nach der Prüfung.

Aber fangen wir mit dem Kursbeginn an:

Der Sommer steht bevor, das Wetter wird schöner und ab gehts an die Seen. Was fehlt jetzt noch, dachten wir uns. Optimal wäre es, bei sommerlichen Temperaturen auf dem Wasser unterwegs zu

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Anschließend erfolgte die Einteilung auf die Vereinsboote, auf denen wir ausgebildet wurden, und es wurde jedem Zweimannteam ein Ausbilder zugeordnet. Es dauerte nicht lange, da fanden wir uns schon auf den Booten und auf dem Wasser wieder. Nach einiger anfänglicher Verwirrung derer, die keinerlei Erfahrung hatten, entwickelte sich während der Tage doch recht schnell ein gutes Gefühl für das Boot.Trotzdem blieb der Respekt erhalten – besonders bei höheren Windstärken, bei denen man teilweise das Gefühl hatte, als würde man im nächsten Moment mit dem gesamten Kahn samt Inhalt umkippen und für immer von der Bildfläche verschwinden. Doch das reizte! Es wurde stets versucht, die Schräglage auszunutzen und die Geschwindigkeit zu maximieren. Einige brannten förmlich darauf, das Teil zum Kentern zu bringen; lediglich das kalte Wasser schreckte etwas ab. Zwar gab es auch mal Flaute, die uns alle Nerven gekostet hat, aber die verzog sich auch schnell wieder.

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Ein weiteres Highlight war die zum Kurs gehörende Motorbootausbildung, die sich nun auch in unserem Führerschein wiederfindet und jedem von uns gefallen hat. Allgemein kann man sagen, dass sehr schnell ein freundschaftliches Klima zwischen den Ausbildern und den Auszubildenden entstanden ist, was letztlich dazu beigetragen hat, dass sowohl bei der theoretischen als auch bei der praktischen Prüfung ein nach Meinung der Prüfer hervorragendes Ergebnis festgestellt wurde. Wer also etwas Zeit und Geld übrig und Interesse daran hat, dem können wir diesen Segelkurs nur empfehlen.
Am Morgen des Prüfungstages waren dann doch alle trotz der guten Vorbereitung nervös. Doch nachdem die Theorie-, die Motorboot- und die Knotenprüfung geschafft waren, briste der Wind auf und wir konnten endlich etwas gegen die Nervosität tun und segeln.

Nachdem alle die Prüfung souverän (wie unser Ausbilder behauptete) bestanden hatten, konnte der gesellige Teil losgehen. Nach dem Grillen folgte die anfangs beschriebene „Laser“-Einweisung. Der Prüfungstag war rundum gelungen und stellte so den angemessenen Abschluss für eine ebenso gelungene Woche dar. Somit sind alle fürs Segeln auf dem Starnberger See gewappnet und werden sich hoffentlich noch oft dort blicken lassen.Zum Schluss möchten wir im Namen aller Kursteilnehmer an dieser Stelle nochmal vielmals dem Ausbildungsleiter Helmut Spohn für seine hervorragende Arbeit und Organisation und seinen Ehrgeiz danken, den er in uns investiert hat.

Fähnrich David Czelinski und Fähnrich Barnim Bahlcke
Universität der Bundeswehr München