Pionierkameradschaft Ingolstadt beim Tattoo 2016

TattooPionierkameradschaft Ingolstadt beim GaPa-Tattoo 2016

An Christi Himmelfahrt 2016 stand für die Mitglieder der Pionierkameradschaft Ingolstadt ein ganz besonderer Tagesausflug an: die Reise führte nach Garmisch-Partenkirchen zum Internationalen Militärmusikfestival; neuerdings heißen Militärmusikfestivals „Tattoo“, hergeleitet aus dem Englischen tattoo, was Zapfenstreich heißt.

Neben 28 Angehörigen der Pionierkameradschaft waren auch Mitglieder der Reservistenkameradschaft Ingolstadt, der Marinekameradschaft Ingolstadt und des Veteranen- und Soldatenvereins Großmehring dabei.

Bei herrlichem Frühjahrswetter begaben sich alle gut gelaunt und erwartungsvoll auf die gut dreistündige Busfahrt (inklusive des obligatorischen Staus am Autobahnende der A95 bei Eschenlohe). Nach der Ankunft in Garmisch wurde sich zunächst einmal bei Kaffee und Kuchen gestärkt. Dann stand auch schon die Gästeführerin bereit, die in einer zweistündigen Führung durch die beiden Ortsteile Garmisch und Partenkirchen viele interessante Informationen zur Geschichte des Marktes, zum kulturellen Leben und zu Geschichten des Zusammenlebens geben konnte. Imposant und beindruckend war neben den vielen Malereien an den Fassaden der Häuser immer wieder der Blick auf die noch schneebedeckten Berge mit dem Frühlingsgrün im Tal und dem strahlend blauen Himmel darüber. Typisch bayerische Postkartenmotive eben.

Nach dem Abendessen in einer urbayerischen Gaststätte im Ortsteil Partenkirchen ging es dann zum Olympia-Eissportzentrum, wo das GaPa-Tattoo stattfand.

Tattoo 2

Zum 11. Mal wird dieses Tattoo in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen. Das Festival führt auf unvergleichliche Weise rund 500 Akteure aus 4 Nationen zusammen, um den Zuschauern ein farbenfrohes, vielfältiges und äußerst unterhaltsames Musikfest zu präsentieren. Neben der Freude über die Musik wird aber auch dem sozialen Gedanken Rechnung getragen, kommt doch der Reinerlös dem Bundeswehr-Sozialwerk zu Gute.

In diesem Jahr spielten Musikkorps aus Estland, Nordirland, Oman und aus Deutschland, die ihre jeweiligen nationalen Musiktraditionen zum Erklingen brachten und damit das Publikum begeisterten.

Punkt 19.30 Uhr marschierten das Heeresmusikkorps Hannover, das Luftwaffenmusikkorps Erfurt und das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen ein und eröffneten das Festival mit einem Marsch nach Melodien des Königs von Hannover, der Wittelsbacher Fanfare und dem Gruß an Thüringen. Kinder des TVT Werdenfelser Heimat Partenkirchen trugen die Fahnen der beteiligten Nationen, die jeweils mit einem Trompetensignal begrüßt wurden.

Anschließend spielte das Luftwaffenmusikkorps Erfurt auf, das im Jahre 1991 im Zuge der deutschen Wiedervereinigung aufgestellt wurde und nach mehreren Umbenennungen und Unterstellungswechsel seit 01.04.2015 diesen Namen trägt.

Die Rhönradgruppe des TSV 1847 Weilheim zeigte danach ihr Können mit diesen ungewöhnlichen Sportgeräten zu den Klängen des Gebirgsmusikkorps. Faszinierend an dieser Sportart ist das Turnen in einem rollenden Gerät. Gleichgewichtssinn, Kraft und Dehnfähigkeit der Turner sind hier gefragt. Auch ein aktueller Weltmeister war in den Reihen der Akteure.

„Eesti Kaitseväe Orkester“, das Orchester der estnischen Streitkräfte wurde 1993 als Staatsorchester gegründet. Es besteht derzeit aus 40 Berufs-Musikern. Hauptaufgaben sind der Auftritt als Ehrenformation bei Staats- und Militärzeremonien, bei Begrüßung und Verabschiedung von wichtigen Persönlichkeiten und Konzerte zu verschiedenen Anlässen. Die Esten zeigten aus ihrem Repertoire ihre „Tattoo-Show“.

Danach marschierte die Musikkapelle Partenkirchen mit Trommlerzug und Gebirgsschützenkompanie ein. Zur Aufführung kam die „Schützenparade“, ein Werk für Trommlerzug, Blasorchester, 3 Jagdhörner und einen Salut-Zug.

Zum Abschluss des 1. Teils der Show fuhr die Motorradstaffel der Hamburger Polizei auf ihren ehemaligen und aktuellen Krädern in die Arena. 30 aktive Mitglieder dieser Staffel kommen aus allen Bereichen der Hamburger Polizei und zeigen über die dienstlichen Belange hinaus viel Engagement und investieren viel Freizeit. Die Polizisten verbinden als Team fahrerisches Können und Akrobatik miteinander. So sind sie unverzichtbarer Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der Hamburger Polizei.

Nach der Pause trat das Heeresmusikkorps Hannover auf, welches bereits 1956 aufgestellt wurde. Es ist als musikalischer Botschafter nicht nur in Niedersachsen sondern auch überregional im In- und Ausland unterwegs. Neben Auftritten in Großbritannien, Frankreich Norwegen, Russland, Aserbaidschan gehörte sicherlich die Teilnahme am weltgrößten Military Tattoo in Halifax/Kanada zu den Höhepunkten.

Aus Nordirland war die „Lisbeg Pipe Band from Fivemiletown“ angereist. Die Dudelsäcke, die Instrumente der Band stammen aus schottischer Tradition. Die Band hat über 50% junge MusikerInnen unter 25 Jahre, die Zukunft liegt in der Nachwuchsarbeit und der damit verbundenen Traditionspflege. Als Tambourmajor agierte das jüngste Mitglied, ein achtjähriges Mädchen. Sie bewältigte ihre Aufgabe perfekt.

Die Musiker des bei diesem Tattoo auftretende Musikkorps des Sultanat Oman wurden aus den heute in Oman existierenden vier gleichberechtigten Musikorchestern (eines davon besteht ausschließlich aus weiblichen Musikerinnen) ausgewählt. Auch bei diesem Auftritt kamen Dudelsäcke zum Einsatz, hauptsächlich gespielt von Frauen.

Der letzte Auftritt vor dem Finale gebührte dem Gastgeber: Das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr stellte wieder einmal unter Beweis, dass es neben der modernen Blasmusik auch die folkloristischen Musik beherrscht: das Alphorn ist bei den Auftritten nicht mehr wegzudenken.

Tattoo3

Zum Finale bildeten alle teilnehmenden Musikkorps ein Orchester der Nationen, dirigiert von OTL Karl Kriner, dem Leiter des Gebirgsmusikkorps. Ein imposantes Bild aller Musiker, eingerahmt von den Akteuren ohne Musikinstrumente. Bayernhymne und deutsche Nationalhymne bildeten den Abschluss diese gelungenen Musikfestivals, bevor die Akteure zum Marsch „Alte Kameraden“ die Arena verließen.

 

 

 

Müde, aber voller Eindrücke von einem tollen, erlebnisreichen Tag erreichte die Reisegruppe in der Nacht wieder Ingolstadt.

Text und Fotos: Peter Metzger