Reffental, 19. August 2017

Die Pionierkameradschaft Speyer lädt zur Feier ihres 25 – jährigen Jubiläums ein

Bei herrlichem Sommerwetter fanden sich die Pionierkameradschaft Speyer und zahlreiche Gäste aus Nah und Fern in den Hallen des Wasserübungsplatz Reffental ein, um im Rahmen eines Grillfestes das Jubiläum würdig zu begehen.

 

Der Vorsitzende, Oberstabsfeldwebel a.D. Ulrich Arnold, begrüßte die Gäste, den Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Herrn Hansjörg Eger, wie auch den Präsident des Bund Deutscher Pioniere, Herrn Brigadegeneral Franz Pfrengle.

Er berichtete, dass 16 aktive und ehemalige Pioniere die Pionierkameradschaft Speyer Im März 1992 den Grundstein für die heutige Kameradschaft im März 1992 legte. Sie ist inzwischen auf 117 Mitglieder angewachsen. Obwohl mit der Ausserdienststellung des Spezialpionierbataillon 464 die Geschichte Speyers als Garnisonstadt endete, ist es der Pionierkameradschaft gelungen, im Haus der Vereine, einem ehemaligen Kasernengebäude, in dem u.a. französische Pioniere ihr Quartier hatten, eine neue Heimat zu finden.

Als Erinnerung an die in Speyer stationierten Pionierverbände und Einheiten der Bundeswehr wurde von der Pionierkameradschaft ein Gedenkstein gestiftet, der dort einen würdigen Platz gefunden hat.

Der Präsident des BDPi führte in seinem Grußwort aus:
“Speyer kann auf eine lange, aber leider nicht mehr bestehende Zeit als Pioniergarnison zurückblicken. Diese begann im Jahr 1874 mit der Aufstellung des 2. Pionierbataillons Speyer, dem Pionierbataillon des II. Kgl. Bayr. Armeekorps Würzburg. Sie endete nach über 140 Jahren mit der Auflösung des Spezialpionierbataillons 464 im Jahre 2015. Damit war die Zeit, in der Deutsche Pioniere am Rhein stationiert waren, wohl endgültig vorbei.

Ihre sehr aktive Pionierkameradschaft ist aber ein Garant dafür, dass die Rheinpioniere nicht vergessen sind und in Speyer auch nicht vergessen werden.

Ich danke der Pionierkameradschaft Speyer für die in den letzten 25 Jahren geleistete Arbeit für den Bund Deutscher Pioniere. Ich entbiete Ihnen die herzlichsten Geburtstagsgrüße und wünsche weiterhin gutes Gelingen und Gedeihen zum Wohle unserer Pionierfamilie!”

 

 

Bei gutem Wetter, guten Gesprächen unter “alten” Kameraden und guten Speisen und Getränken fand die Feier weiterhin einen würdigen und harmonischen Verlauf.

J.W.

 

 

Im Juli standen zwei besondere Vorhaben auf dem Veranstaltungsprogramm der Pionierkameradschaft Ingolstadt:

Anfang Juli führte die Kameradschaft eine Tagesfahrt nach München durch. Um 09.00 Uhr trafen sich 37 angemeldete Mitglieder im Casino auf der Schanz, um den Ausflug mit einem Weißwurstfrühstück zu beginnen.
So gestärkt für das Besichtigungsprogramm fuhren wir mit dem Bus nach München zum St. Jakobs-Platz. Dort stand eine Führung durch die Ohel-Jakob-Synagoge auf dem Programm. Unsere Führerin, ein Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde, führte in die Geschichte der jüdischen Gemeinde in München ein, erläuterte die Architektur der Synagoge sowie die Bräuche und Traditionen des jüdischen Glaubens.

Durch den Gang der Erinnerung erreichte die Gruppe die Synagoge. Hier beantwortete die Führerin die Fragen aus der Gruppe, so dass der Ablauf eines Gottesdienstes erklärt und rituelle Objekte der jüdischen Religionspraxis vorgestellt wurden.
Nach kurzer Fahrt wurde Schloss Nymphenburg erreicht. Dort erwarteten uns bereits die Führer. Aufgeteilt in 2 Gruppen wurden der Garten und das Schloss mit Schönheitsgalerie besichtigt.
Die Führer geleiten die Gruppen zunächst in den Steinernen Saal, das Festzimmer des Schlosses mit dem aufwendigen Deckenfresko, das der zur Göttin gewordenen Nymphe Flora huldigt. Aus den großen Fenstern konnte der Blick in den Park schweifen, wo sich die Herrschaft für gewöhnlich prächtig verlustiert.
Zu den in den Gemächern der Herrschaft ausgestellten Bildnissen wusste der Führer teils kuriose Geschichte zu erzählen. Feinste Tapisserien, Paravents und Chinoiserien, edles Luxusmobiliar, aufwendige Stuckarbeiten und teure Gemälde säumen unseren weiteren Weg durch das Schloss.
Im Schlafgemach der gnädigen Königin Caroline ist das edle Bett der Herrin aus exotischem Mahagoni-Holz zu sehen, in dem Ludwig II., der sagenumwobene Märchenkönig, das Tageslicht erblickte.
Schließlich können wir noch in der Schönheitengalerie die Bildnisse von 36 schönen Damen bestaunen. Ludwig I. ließ die Portraits seiner Liebschaften von seinem Hofmaler von 1827 – 1850 malen. Darunter auch die berühmt-berüchtigte “spanische” Tänzerin Lola Montez, die der Grund für die Abdankung des Königs im Jahre 1848 war.
Ein kurzer Gang durch den Schlosspark mit seinem Kanalsystem und dem Jagdschlösschen Amalienburg rundete den Besuch ab.

Nach diesen vielen Eindrücken kam der abschließende Besuch eines Biergartens gerade recht. In der Hirschau stärkten wir uns bei Bier und guten Essen.

In der letzten Juliwoche wurde das Treffen mit unserer Patenkameradschaft aus Salzburg durchgeführt:
Seit 1988 besteht die Patenschaft mit der „Kameradschaft Pioniere und Sappeure“ aus Salzburg. Zum festen Programm in der Gestaltung der Patenschaft ist ein Treffen von Mitgliedern beider Kameradschaften im Zweijahresrhythmus geworden.
In diesem Jahr wurde die Veranstaltung durch die Ingolstädter ausgerichtet. Das Organisationsteam hatte sich den Starnberger See und dessen Umgebung als Ziel ausgesucht.

So trafen sich beide Reisegruppen gegen 10.00 Uhr zunächst am Kloster Benediktbeuern. Nach einem kurzen Hallo und der Begrüßung durch den Vorsitzenden Peter Metzger warteten auch bereits die Klosterführer auf uns. In zwei Gruppen lernten wir die Entstehungsgeschichte des Klosters kennen, welches bereits 725 gegründet wurde. Es erlebte eine wechselvolle Geschichte einschließlich der Zerstörung des zentralen Klostergebäudes durch einen Brand im Jahre 1490. Vom Jahre 1669 an entstand die barocke Klosteranlage, an der bedeutendste Künstler jener Zeit mitwirkten. 1803 wurde die tausendjährige Tätigkeit der Benediktiner durch die Säkularisation beendet. Im Jahr 1930 erwarb die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Bosco die Klosteranlage und bewahrt bis heute die Gebäude vor dem Verfall. Es entwickelte sich ein Zentrum religiöser Bildung, Wissenschaft und Erziehung mit zwei Hochschulen.
Nach den Mittagessen im Klosterbräustüberl verlegten wir nach Percha am Starnberger See. Dort ist das Taucherausbildungszentrum des Ausbildungszentrums Pioniere beheimatet.
Am Taucherausbildungszentrum werden die Taucher der Pioniertruppe in Laufbahn- und Verwendungslehrgängen ausgebildet. Zudem kommen die Tauchergruppen der Pioniertruppe ebenso wie Taucher ziviler Einrichtungen regelmäßig nach Percha.
Bei durchwachsenem Wetter starteten wir zu einer 3-stündigen Fahrt über den Starnberger See mit einer der beiden Taucherfähren. Der Fährenführer, der Taucher-Ausbildungsfeldwebel ist, erläuterte die Aufgaben des Zentrums, das Aufgabenspektrum der Pioniertaucher und Ausbildungsinhalte des diversen Lehrgänge.
Natürlich konnte auch die herrliche Landschaft rund um den See bewundert werden, manch einer suchte sich heimlich sein Wunschdomizil am Ufer aus. Darüber hinaus erfuhren die Teilnehmer Interessantes zur Geschichte, u.a. zum „Kini“ und zu „Sissi“.

Viel zu schnell war die Zeit vergangen. Nach Rückkehr in den Hafen galt es Abschied zu nehmen. Unsere österreichischen Freunde bedankten sich mit einem Paddel, dessen Beschriftung an das Treffen erinnert.
Text: Peter Metzger
Fotos: Walter Tauschek

Minden, 22.06.2017

Im Sommer 1967 traten Offizieranwärter der Pioniertruppe ihren Dienst als Zeit- und Berufssoldaten in den Bataillonen an. 50 Jahre danach 2017 hatten Oberst a. D. Henning Dahmen und ich die Idee, ein Wiedersehen zu organisieren, das nicht nur dazu diente, in Erinnerungen zu schwelgen, sondern auch um zu sehen, was aus uns geworden ist.

Schwierig war es zunächst, die Namen und Adressen wiederzufinden. Das Personalamt der Bundeswehr konnte uns aus Datenschutz nicht helfen. Aber mit noch bestehenden Kontakten und über das Studium von Telefonbüchern im Internet gelang es, 52 Namen mit alten und zum Teil auch neuen Adressen herauszufinden. Einige der ehemaligen Kameraden konnten nicht ermittelt werden, da sie entweder verstorben oder wegen des „Überall-Namens“ (z. B. Müller) nicht auffindbar waren. Schließlich konnten 30 Herren eingeladen werden, von denen aber 15 absagten. Wir hatten auch unsere Hörsaalleiter aus dem Fähnrich-Lehrgang, Oberst a. D. Winter und Oberstleutnant a. D. Meier um Ihr Kommen gebeten, aber leider waren auch sie verhindert.

Getroffen haben wir uns in Minden, weil Henning Dahmen als früherer Kommandeur PiBrig 100 dort noch über ein gutes „Netzwerk“ verfügte.

Es begann in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne am 22.06.2017 um 14:30 Uhr mit Begrüßung und Einweisung bei Kaffee und Kuchen. Mit seinem Vortrag unterwies uns der stellvertretende Kommandeur PzPiBtl 130, OTL Saecker, zum Thema Pioniere heute in der Bundeswehr, was erhebliche Änderungen zu 1967 deutlich machte. Anschließend besichtigten wir die Ausstellung der Traditionsgemeinschaft der Herzog von Braunschweig Kaserne unter der sehr guten Leitung von OStFw Thomas Bitter.

Der Kameradschaftsabend folgte mit einem vorzüglichen gemeinsamen Essen, das erfüllt war mit Gesprächen über alte und neue Zeiten. Ich hatte in meiner Pionier-Dienstzeit viel fotografiert; auch andere hatten Bilder geliefert, sodass mein Diavortrag zu vielen lustigen Zurufen anregte. Es war ein langer und sehr schöner Abend, der Henning und mich in unserem Vorhaben bestätigte.

Am nächsten Morgen trafen wir uns im „alten“ Rathaus und freuten uns über die Begrüßung durch den stellvertretenden Bürgermeister Harald Steinmetz. Oberstleutnant a. D. Fortenbach führte uns dann durch Stadt mit einer Besteigung des Domturmes, sodass wir einen guten Blick über die klassische Festungs- und Pionierstadt Minden hatten.

Am Marktplatz fanden wir nochmals zu einem Essen und zum Gespräch zusammen. Es wurde der Wunsch geäußert, ein solches Jahrgangstreffen zu wiederholen – vielleicht auch in anderen Regionen Deutschlands, damit auch dortige Jahrgangskameraden erreicht werden können. Ich habe mich bereit erklärt, im Jahr 2020 ein Wiedersehen in Hamburg zu organisieren.

Dr. Thomas Palaschewski
Oberstleutnant a. D.