Von Harburg nach Finnland

Die Pionier-Landungs-Kompanie und ihr Einsatz im 1. Weltkrieg

Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg
vom 21. September bis zum 15. November 2017

Da die Pionier-Landungs-Kompanie aus Harburg die einzige Heeres-Einheit war, die während des Krieges eng mit der Kaiserlichen Marine zusammengearbeitet hat und viel Zeit auf Hilfsschiffen der Marine verbrachte, hat sie zum Museum eine ganz besondere Verbindung. Hinzu kommt noch, dass alle Angehörigen dieser selbständigen Einheit ehemalige Seemänner waren oder aus verwandten Berufen stammten. Der Hamburger Hafen war auch des Öfteren Ausgangspunkt für einige Unternehmungen der Pionier-Landungs-Kompanie, wie bei der Teilnahme am Unternehmen „Albion“ und den Hilfsunternehmungen beim Finnischen Freiheitskrieg. Auch wurden bei einigen Aktionen der „Pilako“ Hamburger Hafenschuten und Motorboote der Handelsschifffahrt mit der Eisenbahn zum Einsatzort transportiert und dort eingesetzt.

Durch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin konnte der Kurator der Ausstellung, Ulrich Schiers zahlreiche Briefe und Fotos eines Vizefeldwebels dieser Einheit auswerten, darüber hinaus zahlreiche Archivalien und Fotos aus dem Archiv des Museums. Neben bisher noch nie gezeigten Exponaten aus dem Magazin des IMMH, dem Stadtmuseum Harburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte unterstützen die Ausstellung auch einige Museen und private Sammler aus Finnland. Mit Finnland verband unser Museumsgründer Prof. Peter Tamm über viele Jahre eine enge Freundschaft. Mit seinem Wissenschaftlichen Institut für Schifffahrt-und Marinegeschichte realisierte er 2003 gemeinsam mit der John Nurminen-Stiftung in Helsinki bereits eine sehr beachtete Gemäldeausstellung.

Professor Tamms Maxime „Die Zylinder brechen den Konflikt vom Zaun und die Helme müssen es ausbaden“, zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Durch die zahlreichen Briefe des Vize-Feldwebels Karting an seine spätere Frau Käthe Kramer aus Cranz, ließ sich nicht nur die Tätigkeit der „Pilako“ bis zum Ende des Krieges verfolgen, sondern der Besucher erfährt auch einige intime Empfindungen und Erlebnisse. So schrieb Feldwebel Karting am 31.August 1917:

„Nimmt dieser Krieg nie ein Ende. Drei Jahre sind aus dem Lebensregister
gestrichen. Zahllose alteingesessene Firmen und Geschäfte sind zugrunde
gegangen. Wie wird es nach dem Friedensschluss aussehen?
Ich befürchte, das Elend wird sehr groß werden…“

Hinzu kommen noch Berichte von Zeitzeugen aus Zeitungen und anderen Veröffentlichungen. Damit erfährt der Besucher dieser Sonderausstellung einen bisher nahezu unbekannten Aspekt aus der Geschichte des Ersten Weltkrieges.

Zur Eröffnung wird ein kleiner, reich bebilderter Katalog erscheinen, der im Museumsshop und in der angeschlossenen Fachbuchhandlung Weede zu erwerben ist.

Die Sonderausstellung VON HARBURG NACH FINNLAND wird vom 21.09. bis 15.11.2017 auf Deck 1 des Museums zu sehen sein und ist im Eintrittspreis enthalten.

Pressekontakt:
Babette Teichmann
Internationales Maritimes Museum Hamburg
Koreastraße 1
20457 Hamburg HafenCity
Tel. +49 (40) 300 92 30-12
b.teichmann@imm-hamburg.de
www.imm-hamburg.de


Das Buch „Von Harburg nach Finnland “ von Ulrich Schiers


Die Geschichte der Pionier-Landungs-Kompanie aus Harburg ist ein bisher nahezu unbekannter Aspekt des Ersten Weltkrieges. Für die Sonderausstellung „Von Harburg nach Finnland – Die Pionier-Landungs-Kompanie und ihr Einsatz im Ersten Weltkrieg“ und den gleichnamigen Begleitband sind zahlreiche Briefe und Fotos eines Vizefeldwebels dieser Einheit ausgewertet worden. Sie dokumentieren nicht nur die Tätigkeit der „Pilako“ bis zum Ende des Weltkrieges, sondern erlauben auch einen intimen Einblick in die Empfindungen und Erlebnisse des Vizefeldwebels. Neben bisher noch nie gezeigten Exponaten aus dem Magazin des Internationalen Maritimen Museums Hamburg, dem Stadtmuseum Harburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte zeigt der reich bebilderte Band auch Ausstellungsstücke einiger Museen und privater Sammler aus Finnland, sowie Exponate des Museums am Wasserturm in Hohenlockstedt, welches die Geschichte der finnischen Unabhängigkeitsbewegung dokumentiert. Hinzu kommen Berichte von Zeitzeugen aus Zeitungen und anderen Veröffentlichungen, die einen eindrucksvollen Überblick über diesen bisher kaum bekannten Teil der Geschichte liefern.