Bund Deutscher Pioniere e.V.

Symbole der Pioniertruppe

Uniformen, Farben, Embleme

                                                                                Die Uniform der Pioniere

1741 bereits errichtete Friedrich der Große zu Glatz eine Mineur-Kompanie, welche die Stammtruppe des späteren Brandenburgischen Pionier-Bataillon Nr. 3 wurde. Bei seinem Tode bestanden 4 solcher Kompanien. Bei der Neuorganisation wurden 1809 3 Pionier-Kompanien errichtet, eine preußische, eine brandenburgische und eine schlesische. Die brandenburgische wird 1810 Garde-Pionier-Bataillon, während die schlesische brandenburgisch wird. 1813 wurden 7 Festungs- und 6 Feldkompanien gebildet, jedoch schon 1816 9 Pionier-Abteilungen zu je 2 Kompanien aus den vorhandenen gebildet. Aus diesen Abteilungen wurden 1861 Bataillone mit 4 Kompanien, 1866 wurden Nr. 9, 10 und 11 errichtet.

Erst 1813 entschloss sich Bayern zur Errichtung einer Pontonier-Kompanie, welche die Stammtruppe der l. und 2. Pioniere bildete. 1822 bestanden bereits je eine Pionier-, Sappeur- und Mineur-Kompanie, 1844 Genie-Bataillone zu 5 Kompanien und 1848 ein Regiment zu 8 Kompanien. Im Jahre 1858 erfolgte die Trennung in Feld- und Festungs-Kompanien, welche bis 1889 bestehen blieb. 1868—1872 war den Feld-Genie-Divisionen auch das Fuhrwesen unterstellt, 1872 erfolgte dann die Formierung der beiden Bataillone, 1900 die des 3. Bataillons. 1912 die des 4.

Die Stammtruppe der Sächsischen Pioniere ist eine 1698 aus bis dahin der Artillerie unterstellten Bootsknechten gebildete "Pontonier-Kompanie". 1849 wird eine aus 2 Kompanien bestehende Pionier- und Pontonier-Abteilung errichtet, welche aber auch noch bis 1867 der Festungsartillerie unterstand. 1867 dann l. Pionier-Bataillon, das von 1893 ab 6 Kompanien hatte. Aus der 4.—6. Kompanie wurde 1899 das 2. Pionier-Bataillon Nr. 22 formiert.

1871 bestanden Garde und Nr. l—15, die Sachsen und Württemberger mitgerechnet, 1914 Garde und Nr. 1—30, davon 2 sächsische Bataillone und l Württembergisches. Beim I. AK. (Nr. l u. 18), V. AK. (5 u. 29), VII. (7 u. 24), VIII. (8 u. 30), XV. (15 u. 19), XVI. (16 u. 20), XVIII. (21 u. 25), XX. (23 u. 26) bestanden Kommandos der Pioniere dieser Korps mit Regiments-Stäben. Die meisten Pionier-Bataillone hatten Scheinwerferzüge. Sie fehlten noch bei den Batl. 18—20, 23—25, 29, 30.


                                                        Uniformen der Pioniere 1780 - 1914

In Preußen wurden von den Mineuren dunkelblaue Uniformen mit orangen Rock- und Ärmelaufschlägen getragen. Gleiches galt für die preußischen Pontoniere. 1788 erhielten die Ingenieure schwarze Kragen, Rockklappen, Ärmelaufschlägen und Unterfutter, 1798 das gesamte preußische Pontonierkorps. Ab 1808 trugen die Pioniere die Uniform der Fuß-Kompanien der Artillerie, schwarze Kragen, schwarze, sogenannte schwedische, Aufschläge und schwarze Achselklappen, jedoch mit weißen Knöpfen, und schwarzem Lederzeug. Die Achselklappen blieben bis 1830 schwarz mit rotem Vorstoß und wurden dann ponceaurot. Wenn man von den üblichen Änderungen im Zeitgeschmack absieht, blieb die Uniform dann bis 1914 unverändert. Bei Paraden waren die Pioniere formiert und ausgerüstet wie die Infanterie, trugen also außer den Württembergern weiße Hosen und hatten Gewehr, Patronentaschen und Tornister. Sie hatten Hoboisten, nur im Signalblasen ausgebildete Leute, die evtl. Schwalbennester anhakten, jedoch keine Spielleute.

                                                                                 Preußen und Kontingente

                                                                                  Linien-Pionier-Bataillone

                                                                           Unteroffiziere und Mannschaften

Helm: Wie Infanterie, jedoch mit weißem Beschlag, Sturmriemen. Nr. l und 3 trugen den alten Grenadieradler, Nr. 10, welches die Tradition der ehem. Hannoverschen Pioniere hatte, ein Auszeichnungsband: Peninsula, Waterloo. Nr. 3 trug schwarzen Busch.
Waffenrock: Blauer Schoßrock mit abgerundetem schwarzer Kragen und schwarzen, rot vorgestoßenen, schwedischen Aufschlägen mit weißen Knöpfen und durchweg roten Achselklappen
Mantel und Litewka: Patten schwarz, an der Litewka mit rotem Vorstoß, Achselklappen rot.
Hosen: Wie Infanterie
Lederzeug: Schwarz.
Unteroffiziere: Glatte silberne Tressen.
Schwalbennester: Schwarz, Hoboisten mit der gleichen Tresse, Hornisten mit weißer Borte, senkrecht besetzt.
Bewaffnung: Gewehr 98, Seitengewehr 98/05 mit Sägerücken, Patronentaschen 87/88 (3 Ladestreifen mit je 5 Patronen)
Ausrüstung brauner Kalbfelltornister mit Ring und Öse zum Befestigen des Schanzzeuges, spez. Pionierspaten, abweichend auch Axt, Beil oder Hacke auch Spezialwerkzeug, kein kleiner Spaten
Arbeitsrock: Seit Einführung der Litewka sollte er aufgetragen und nicht mehr beschafft werden, war aber 1914 noch vielfach im Gebrauch. Von grauem Drillich im Schnitt wie für Uffze., vorn zwei Reihen mit je 6 Uniformknöpfen.

                                                                                           Offiziere

Eine Besonderheit aller Offiziere der Pioniere und der Verkehrstruppen der Deutschen Armee war, daß sie Litzen am Kragen und Aufschlägen hatten, auch wenn die Mannschaften der betreffenden Bataillone keine solchen trugen. Die Form der Litzen, die Kolbenstickerei, war die des Generalstabes und Kriegsministeriums und. hatte in der Armee den netten und bezeichnenden Namen "Intelligenzlitzen". Die Offiziere der Pioniere hatten sich dieselben wahrhaft verdient, denn von keinem Frontoffizier wurde so viel und so vielseitiges verlangt wie von ihnen, wenn sie auch von der "Garde" gern als "wilde Tiere" angesehen wurden !

Helm: Vergoldete Schuppenketten und Sternchen auf dem Teller unter der Helmspitze
Waffenrock: Alle schwarzen Abzeichen von Samt. Eckiger Kragen, silberne Kolbenstickerei
Überrock: dunkelblauer Gehrock mit abgerundetem schwarzem, rot vorgestoßenem Samt-Kragen, weiße Knöpfe
Litewka : Vorstöße rot, auch um die Kragenpatten von schwarzem Samt
Paletot: Mittelgrau, Kragen umgeschlagen dunkelblau, hochgestellt schwarzer Samt, weiße Knöpfe
Reit- und
lange Tuchhosen: schwarz mit roter Biese
Galahosen: Schwarz mit roter Biese, schwarzsamtene Streifen auf den äußeren Seiten rot vorgestoßen.
Degen und Koppel: IOD 98 wie Infanterie
Paradeüberlegedecke: dunkelblau mit abgerundeten Ecken, Tressenbesatz und FWR in Silber

                                                                                   Garde Pionier Bataillon

                                                                           Unteroffiziere und Mannschaften

Helm: Gardeadler mit Stern, gelbe Schuppenketten, schwarzer Busch
Waffenrock: Weiße Litzen mit schwarzen Spiegeln, Achselklappen ohne Abzeichen
Mantel und Litewka: Litzen auf den Kragenpatten
Unteroffiziere: Gemusterte silberne Tressen
Hoboisten: An den mit der gleichen Tresse besetzten Schwalbennestern
kurze silberne Fransen
Hornisten: Schwalbennester mit weißer Borte und lange Wollfransen

                                                                                              Offiziere

Dieselbe Uniform wie die der Linie, jedoch am Helm den Gardeadler mit Stern. Busch, und in den hinteren Ecken der Paradedecke Stern.

                                                                          Pionier-Versuchs-Kompanie
(Beim Garde-Pionier-Bataillon)

Uniform des Garde Bataillons mit gelbem V auf Achselklappen, Achselstücken und Epauletten.

                                                                                                  Baden

Als Helmzier der badische Greif. Bad. Kokarde, sonst wie preuß. Bataillone.
Offiziere trugen Feldbinde, Schärpe pp. wie bad. Infanterie-Offiziere., weißes Feldbinden-Schloß, am bad. Koppel jedoch den preuß. Degen und in den hinteren Ecken der Paradedecke den bad. Stern.

                                                                                                Württemberg

Die württembergischen Pioniere trugen bis 1871 die Uniform ähnlich der württembergischen Artillerie, nur war es hier umgekehrt wie bei allen anderen deutschen Formationen: Die Knöpfe waren bei den Pionieren gelb, während sie bei der Artillerie weiß waren. Dann bis auf den ursprünglich zweireihigen Rock und die Hoheitsabzeichen die preußische. Am Helm das Württembergisches Wappen. Württ. Hoheitsabzeichen wie die Infanterie, keine weißen. Paradehosen.
Offiziere: Helm mit eckigem Vorderschirm pp. Schärpe, Feldbinde, Degen, Koppel pp. nach württ. Probe und natürlich auch keine weißen Hosen. Galahosen wie in Preußen.

                                                                                                    Sachsen

Die Uniform entsprach immer der der Artillerie, jedoch mit weißen Knöpfen.

                                                                        Unteroffiziere und Mannschaften

Helm: Wie für Infanterie mit weißem Beschlag und ebensolchen flachen Schuppenketten. Schwarze Büsche
Waffenrock: dunkelgrüne Grundfarbe; deutsche Aufschläge. Weiße Knöpfe, dunkelgrüne Achselklappen mit ponceaurotem Vorstoß. Über der Bataillonsnummer gekreuzt: Hacke und Spaten
Mantel und Litewka: Rote Kragenpatten
Lederzeug: Schwarz. Das Koppelschloß aus Neusilber mit Schild aus Tombak
Unteroffiziere: Glatte silberne Tressen
Hoboisten: Rote Schwalbennester mit der gleichen Tresse senkrecht besetzt

                                                                                              Offiziere:

Waffenrock: Der eckige Kragen und die schwedischen Aufschläge mit silberner Kolbenstickerei. Auf Epauletten und Achselstücken nur die Bataillonsnummer, Epaulettfeld silbern. Achselstückfutter rot
Überrock: dunkelgrün, weiße Knöpfe
Litewka: rote Patten mit grünem Vorstoß, sonstige Vorstöße rot
Paletot: sächsisches Muster, Kragen umgeschlagen grün mit rotem Vorstoß, hochgestellt rot.
Säbel und Koppel: Sächsisches Muster
Paradeunterlegedecke: dunkelgrün

                                                                                            Bayern

Die Uniform war immer die der Artillerie mit weißen Knöpfen

                                                                           Unteroffiziere und Mannschaften

Helm: bayrische Helmzier, im Frieden mit flachen weißen Schuppenketten
Waffenrock: Wie Feldartillerie mit weißen Knöpfen
Litewka: Schwarze Kragenpatten mit rotem Vorstoß
Mantel: Schwarze Kragenpatten ohne Vorstoß
Lederzeug: Schwarz
Hosen: Dunkelblau mit rotem Vorstoß
Unteroffiziere: Glatte silberne Tressen
Hoboisten: Schwarze Schwalbennester mit senkrechtem Besatz von gleicher Tresse

                                                                                      Offiziere

Bis auf die bayer. Besonderheiten alle Stücke wie in Preußen. Säbel mit Koppel wie bayer. Inf-Offiziere, Hosen dunkelblau mit rotem Vorstoß.

                                                                              Scheinwerferzüge (allgemein)

Die unberittenen Mannschaften trugen Karabiner 98, kurzes Seitengewehr 84/98, Berittene den Artilleriesäbel an schwarzem Überschnallkoppel mit Infanterieschloß, Pistole 08. Troddel der Komp., welcher sie angegliedert waren, Faustriemen entsprechend.

                                                                           Schirrmeister und Oberschirrmeister

Die Uniform ihrer Pionierbataillone mit Abzeichen aus schwarzem Samt. Bei den Oberschirrmeistern lief quer über die Achselklappen eine silberne Tresse, welche bei der Garde in der Mitte lag und gemustert war. Degen am Unterschnallkoppel.

                                                                                            Nach 1918

Erst als die Reichswehr das System der "Waffenfarben" zur Kennzeichnung der Einzelwaffen an der sonstigen Einheitsuniform einführte, erhielten die Pioniere ihre "Schwarze Farbe". Es war dies ein feldgrauer Rock und steingraue Hose; feldgraue Schulterklappen mit Vorstoß (oberer Rand des Ärmelaufschlags) und Nummer in der Waffenfarbe schwarz. Als gemeinsames Abzeichen des Reichsheeres befand sich auf beiden Seiten des Kragens je eine Doppellitze mit Spiegel in der jeweiligen Waffenfarbe - schwarz für die Pioniere. Das System der Waffenfarben wurde durch die Wehrmacht übernommen. Bei der Aufstellung der Pioniertruppe in der Bundeswehr 1955 trugen die Soldaten ein Emblem mit Buche und Eichenlaub auf dem Revers der Dienstjacke, das dem heutigen Barettemblem weitestgehend entspricht. Kurz danach wurden für Ausgeh- und Dienstjacke die schwarzen Kragenspiegel eingeführt. Die NVA Pioniere trugen eine dem Wehrmachtsmuster ähnliche Uniform.

Volkstümlich verbreitete Erläuterungen, daß die schwarze Waffenfarbe von der Totengräbertätigkeit der Pioniere nach Gefechten herrühre kann nicht nachgewiesen werden und dürfte den Legenden zuzuordnen sein. Wahrscheinlicher ist vielmehr die willkürliche Zuteilung der Farbe.

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