Spezialpioniere unterstützen Lehrübungen der Streitkräftebasis
(siehe auch Bildergalerie)
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Lübtheen, ein kleiner Ort – 100 km südostwärts Hamburg, nördlich der Elbe, - 50 km südwestlich von Schwerin, verfügt über einen kleinen, aber feinen Truppenübungsplatz, der für Lehrübungen der Streitkräftebasis (SKB) und des Streitkräfteunterstützungskommando (SKUKdo) ausgebaut wird. Und das geht nicht ohne unsere Spezialpioniere für den Bau und Betrieb von Feldlagern! Wie schon der Kommandeur des SpezPiBtl aus Husum, unser Mitglied und Repräsentant der SKB im BDPi, im Mitteilungsheft „Pioniere 2-2009“ schreibt: „First in – Last out“ – dies ist grundsätzlich das Motto für den Einsatz der Spezialpioniere in den Einsatzgebieten der Bundeswehr. Denn dort bauen sie die Feldlager in der ersten Phase eines Einsatzes nach erfolgter Vorbereitung durch das Einsatzführungskommando ." Und dieses Feldlager in Lübtheen wurde bereits zwei Mal durch das SKUKdo genutzt: |
Mit diesem Auftrag ergab sich für unsere Spezialpioniere die einmalige Möglichkeit, ihr gesamtes Aufgabenspektrum darzustellen und umfassend zu üben. Beginnend mit der ersten Erkundung, Planung, Materialanforderung über den Bau des gesamten Feldlagers, bis hin zum Betrieb des Feldlagers während der Lehrübungen wurden alle Fachrichtungen und Teileinheiten der Bataillone aus Husum und Speyer ausgebildet und geübt.
Dabei waren bis zu 900 Soldaten in feldmäßigen Unterkünften inklusive der erforderlichen Sanitäreinrichtungen, Truppenküche sowie Betreuung unterzubringen. Zusätzlich mussten die Funktionsbereiche für nahezu alle Fähigkeiten der Streitkräftebasis ausgeplant, vorbereitet und die umfassende Sicherung eines Feldlagers analog zum möglichen Einsatzland errichtet werden. Das Feldlager wurde im Zeitraum Januar bis April 2009 aus drei Grundmodulen und einem Betriebsmodul durch das SpezPiBtl 1674, Husum errichtet und betrieben. Nach der ersten Lehrübung wurde es im Mai an das SpezPiBtl 464 Speyer übergeben und für die zweite Lehrübung genutzt. Es soll in seinen Basis-Modulen stehen bleiben und in den nächsten Jahren weiterhin für derartige Übungen zur verfügung stehen.
Die Grundmodule sind für die Unterbringung von jeweils maximal 300 Personen ausgelegt und umfassen neben der Unterkunft auch Sanitärbereiche, Verpflegungs- und Betreuungsbereiche, Waffenkammern sowie die Wasser- und Energieversorgung. Im Betriebsmodul sind Ver- und Entsorgung, Wäschereibereich und Arbeitsbereiche zusammengefasst. Je nach Bedarf werden Grund- und Betriebsmodule kombiniert.
Folgende Arbeiten mussten in der zur Verfügung stehenden Bauzeit von knapp vier Monaten durchgeführt werden, um die optimalen Rahmenbedingen für die Informationslehrübung zur Verfügung zu stellen:
Zusätzlich zu dem Aufbau und der Inbetriebnahme waren folgende Arbeiten erforderlich:
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Herzstück des gesamten Auftrages in der Bau- wie auch Betriebsphase war die Technische Einsatzführung. Die gesamte Planung, Erstellung der Raumordnung, Erarbeitung des Stromversorgungs-, des Sanitär- und Unterkunftskonzepts sowie die Berücksichtigung der Forderungen der jeweiligen Fähigkeitsteller der Streitkräftebasis gehörten zum Aufgabenumfang der Technischen Einsatzführung. Alle Informationen laufen hier zusammen, wurden ausgewertet, bewertet und entsprechend aufbereitet an die einzelnen Baugruppen zur Ausführung weitergegeben.
Die Spezialpioniere wurden in Baugruppen und in einer Pioniermaschinengruppe eingesetzt. Sie mussten aufgrund der engen zeitlichen Vorgaben bei gleichzeitig umfangreichen Baumaßnamen ihr gesamtes Können unter Beweis stellen. Alle im Rahmen eines Feldlagerbaus vorstellbaren Tätigkeiten mussten querschnittlich durchgeführt werden. Besonders das Improvisationstalent auf allen Ebenen war häufig und umfänglich gefordert.
Neben dem Aufbau was gerade der Betrieb des Feldlagers eine weitere Herausforderung für die Spezialpioniere aus Husum. Ohne Probebetrieb oder langsames Aufwachsen der Kräfte musste vom ersten Moment an alles reibungslos funktionieren. Angefangen von der Bereitstellung der erforderlichen Energie von bis zu 1,5 MW, der Verpflegung in dem eigens errichteten Containerküchenmodul, über die Bereitstellung von täglich 75 m³ Trinkwasser inkl. der erforderlichen Schmutzwasserentsorgung bis hin zu Wartungs- und Reparaturarbeiten funktionierte alles Hand in Hand mit der aus den Einsatzgebieten bewährten Professionalität der Spezialpioniere.
Im Rückblick war dieser Auftrag für alle Beteiligten eine große Herausforderung und Anstrengung, allerdings für die Ausbildung- und Inübunghaltung sowie dem Erfahrungsgewinn von unschätzbarem Wert.