Unser Mitglied im BDPi, Ernst Maria Lang, Pionier-Hauptmann im 2. Weltkrieg,
bekannter Münchner Architekt und Karikaturist bei der Süddeutschen Zeitung, schrieb seine Memoiren:

»Adenauer fühlte sich von ihm beleidigt, Gustav Heinemann verteidigte ihn, auch zu Helmut Kohl fällt ihm noch etwas ein. Seit es die Bundesrepublik gibt, begleitet sie Ernst Maria Lang mit seinen Karikaturen. Aber das ist beileibe nicht der "ganze Lang", schließlich ist er auch einer der führenden Architekten seiner Generation, der an vielen maßgeblichen Gebäuden der Nachkriegszeit mitgewirkt hat. Er beschreibt hier sein Leben, beginnend mit seinen Erlebnissen als Ingolstädter Pionier an der Ostfront oder in Frankreich, die ihn für immer bestimmt haben. Seine unangepasste Haltung, sein Freimut und seine Zivilcourage ließen ihn den Krieg nur knapp überleben - machen ihn aber zu einem großen Zeitbeobachter. Seine farbig erzählten, mit dem präzisen Blick des Zeichners gesehenen Erinnerungen sind ein großes Stück Literatur.
Diese Memoiren beeindrucken auch und vor allem ihres zeitgeschichtlichen Ranges wegen. Da erzählt einer, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Ein mitreißendes Buch, das über die herkömmlichen Denkwürdigkeiten eines prominenten Zeitgenossen weit hinausgeht.
Ernst Maria Lang kannte und zeichnete alle, die in den letzten fünfzig Jahren wichtig waren. Aber er ist weit mehr als nur einer von Deutschlands berühmtesten Karikaturisten. Er ist auch einer, der die Höhen und Tiefen eines deutschen Lebens im 20. Jahrhundert durchmessen hat, ein scharfer Beobachter und feinfühliger Zeitzeuge par excellence.«
(ISBN 3-492-24294-4)
Über den Autor
Ernst Maria Lang, geboren1916 in Oberammergau, wo seine Kindheit durch „Eindrücke vom Passionsspiel, ein bisschen Weihrauch und viel Gesang“ geprägt wurde. Sein Vater war der akademische Bildhauer und Passionsspielleiter Georg Johann Lang (* 1891; † 1968). Zu seinen Vorfahren gehört der Geistliche Rat Joseph Alois Daisenberger (* 1799; † 1883), der Verfasser des Textes der weltberühmten Oberammergauer Passionsspiele.
Nachdem sich Lang bereits seit seinem zwölften Lebensjahr mit satirischen Zeichnungen befasst hatte, führte 1934 eine Karikatur wegen „Verächtlichmachung des Nationalsozialismus“ zu seinem Ausschluss aus der Hitlerjugend. Danach leistete er Reichsarbeitsdienst in der Thüringer Rhön.
Nach dem Abitur leistete er ab 1936 im Pionierbataillon 17 in Ingolstadt seinen zweijährigen Wehrdienst ab. 1938 nahm er am ROA-Lehrgang an der Pionierschule in Dessau-Roßlau teil und diente während des Krieges zunächst im Pionierbataillon 27 in Polen und Frankreich, ab 1941 im Pionierbataillon 268 an der Ostfront, zum Kriegsende 1945 als Hauptmann. Der Zweite Weltkrieg habe ihm gleich „ein paar Mal das Fell durchlöchert“ , kommentierte Lang später lakonisch.
Nach dem Krieg führte er ein großes Architekturbüro und leitete die Bayerische Architektenkammer. Seine Karikaturen in der »Süddeutschen Zeitung« und beim Bayerischen Fernsehen haben ihn berühmt gemacht und ihn fast mit allen wichtigen Politikern der Bundesrepublik zusammengeführt.
Seit 1979 ist E.M. Lang Mitglied im BDPi.
Am 29. September 2003 meldete die Rubrik „Kultur & Szene“ von br-online.de, dass die Leser der Süddeutschen Zeitung künftig auf „das barocke Signatur-‚L‘„ würden verzichten müssen: „Ernst Maria Lang (86), seit fünf Dekaden ‚politischer Zeichner‘ bei der SZ und etliche Jahre auch beim BR, legt seine Feder trocken.“ Lang hatte in der Süddeutschen Zeitung weit über 4.000 Karikaturen veröffentlicht. Am 27. November 1947 war seine erste Zeichnung gedruckt worden, am 20. September 2003 seine letzte.
Lang lebt heute im Süden von München.
Der Bund Deutscher Pioniere gratulierte ihm am 08. Dezember 2011 zum 95. Geburtstag.